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Rekord in Golden League : Konstanze Klosterhalfen und der ganz besondere Lauf

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„Ich bin noch gar nicht so ganz bei mir angekommen“: Konstanze Klosterhalfen Bild: dpa

Seit sie beim umstrittenen Oregon Projekt trainiert, wird sie argwöhnisch betrachtet. Nun rennt Konstanze Klosterhalfen an einem denkwürdigen Tag in die absolute Weltspitze – und verrät, wie sie den deutschen Rekord bricht.

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          Mit einem Ausflug an die Golden Gate Bridge in San Francisco endete ein denkwürdiger Tag für Deutschlands große Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen. Die 22-Jährige pulverisierte am Sonntag (Ortszeit) beim Diamond-League-Meeting im kalifornischen Stanford nicht nur ihren deutschen Rekord über 3000 Meter – sondern rannte erstmals in die absolute Weltspitze. „Ich bin noch gar nicht so ganz bei mir angekommen“, sagte die Leverkusenerin, die in den Vereinigten Staaten beim umstrittenen Oregon Projekt ihres Sponsors Nike trainiert, der Deutschen Presse-Agentur. „Aber das ist ein super Gefühl, so starke Athletinnen hinter mir gelassen zu haben.“

          Ihr Trainer habe ihr verboten, zwischendurch auf die Uhr zu schauen. „Ich sollte am Ende nur so viele wie möglich überholen“, erklärte Klosterhalfen. Sie verbesserte ihre Bestmarke von Birmingham 2017 (8:29,89 Minuten) um fast zehn Sekunden auf 8:20,07. „Die genaue Zeit habe ich erst eine halbe Stunde nach dem Rennen von meinem Trainer erfahren.“ „Koko“, wie sie allerorten nur genannt wird, ließ unter anderem Hallen-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (Äthiopien) und 5000-Meter-Weltmeisterin Hellen Obiri (Kenia) hinter sich. Dabei dominieren die Ausdauerspezialistinnen aus Afrika seit vielen Jahren die Lauf-Disziplinen.

          Geschlagen wurde Klosterhalfen dennoch: Die aus Äthiopien stammende Niederländerin Sifan Hassan stellte als Siegerin in 8:18,49 Minuten sogar einen Europarekord auf. Die 3000 Meter sind zwar keine WM-Distanz, dennoch ist die Zeit der Deutschen ein großer Schritt nach vorne. Zumal Klosterhalfen längst ihre Vielseitigkeit bewiesen hat und bei der WM Ende September in Qatar über 1500 oder 5000 Meter starten kann.

          Die Hallen-EM-Zweite ist jetzt sechstschnellste Läuferin der Leichtathletik-Geschichte über die 3000 Meter. Schneller waren nur vier Chinesinnen 1993 sowie Hassan nun in Stanford. „Ma Junrens Armee“ nannte man die Läuferinnen aus dem Reich der Mitte, die – mit Doping-Verdächtigungen behaftet – alles in Grund und Boden rannten.

          Bundestrainer Sebastian Weiß, früher Heimcoach von Klosterhalfen, hat den Leistungssprung kommen sehen. „Ich freue mich sehr, dass Koko solch eine grandiose Zeit gelaufen ist und dass sie sich weiterhin toll entwickelt. Sie ist schon früher deutsche Rekorde gelaufen, wir wissen um ihr Talent. Daher kommt dies für mich nicht so überraschend“, erklärte Weiß. „Sie ist sehr ehrgeizig und diszipliniert. Beim Nike Oregon Project, wo sie bei Pete Julian trainiert, ist sie voll auf den Sport konzentriert, kann sich sportlich und auch persönlich weiterentwickeln.“

          Klosterhalfen selbst sagte: „Die Trainingsinhalte sind ein bisschen intensiver. Das ist halt wie Trainingslager jeden Tag.“ Das Toptalent wird in der Laufszene seit ihrem Wechsel in die Vereinigten Staaten mitunter argwöhnisch beobachtet: Denn das Projekt in Portland ist umstritten. Gegen den amerikanischen Starcoach Alberto Salazar, der den Briten Mo Farah zu vier Olympiasiegen geführt hat, führt die Anti-Doping-Agentur der Vereingten Staaten seit Jahren Ermittlungen.

          „Koko muss sich häufig Dopingvorwürfen stellen und sich erklären. Sie ist ganz normal im Anti-Doping-Testpool und wird häufig kontrolliert. Auch nach einem deutschen Rekord muss direkt ein Doping-Test absolviert werden, damit der Rekord anerkannt wird“, sagte Weiß. Klosterhalfen selbst versucht sich nach eigenen Angaben, bei diesem Thema etwas rauszuhalten: „Negative Kommentare gibt es immer.“

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