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Konstanze Klosterhalfen : „Der schönste Moment in meinem Leben“

  • -Aktualisiert am

„Ich hätte immer weiter laufen können“: Konstanze Klosterhalfen Bild: EPA

Sie gilt als eines der größten Talente der deutschen Leichtathletik. Doch ein internationaler Titel blieb Konstanze Klosterhalfen verwehrt – bis jetzt. Durch tiefe Täler kam sie auf den Münchner Gipfel.

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          Nach ihrem fulminanten Zieleinlauf zu EM-Gold im Münchner Olympiastadion war sie erst recht nicht mehr zu stoppen. „Ich hätte immer weiter laufen können“, schwärmte Konstanze Klosterhalfen: „Das ist der schönste Moment in meinem Leben.“ Und so lief die 25-Jährige ihre Ehrenrunden, strahlend und leichtfüßig, als hätten ihr die zwölfeinhalb Runden zuvor bei nasskalten Bedingungen gar keine Mühe gemacht.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Europameisterin über 5000 Me­ter, für das Leichtgewicht aus Leverkusen war es kaum zu fassen, dass sie es tatsächlich geschafft hat. „Ich habe noch nie einen Titel ge­wonnen, ich habe vorher noch nicht einmal dran geglaubt, eine Medaille zu gewinnen. Ich bin unfassbar glücklich.“

          Durch tiefe Täler zum Gipfel

          Es war ein Erfolg mit denkbar langem Anlauf für das größte Läufertalent der deutschen Leichtathletik, die fünf nationale Rekorde zwischen einer Meile und 10.000 Metern hält. Denn sie musste in den vergangenen drei Jahren durch tiefe Täler gehen, um den Münchner Gipfel zu erreichen.

          Erst stoppten Probleme an beiden Hüften ihren Ehrgeiz. Dann zog sie sich nach einem Sturz eine Oberschenkelverletzung zu. Schließlich bremste sie eine Corona-Infektion brutal aus. Noch bei der WM vor vier Wochen schied sie völlig kraftlos im Vorlauf aus. Danach konnte sie drei Tage nicht mehr laufen, so „kaputt“ fühlte sie sich.

          Schon vor drei Jahren in Doha war die 1,74 Meter große und nur 48 Kilogramm schwere Sportstudentin mit WM-Bronze zu ihrer ersten internationalen Medaille und ins grelle Rampenlicht gelaufen. Um ihr riesiges Potential noch besser ausnutzen zu können, hatte sie zuvor entschieden, das Rheinland zu verlassen, um im Oregon-Project ihres Ausrüsters Nike an ihrer weiteren Laufbahn zu feilen.

          Kaum in Portland angekommen, wurde der dortige Cheftrainer Alberto Salazar wegen Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen gesperrt, das Projekt schließlich aufgelöst. Klosterhalfen blieb dennoch. Sie trainiert unter Salazars einstigem Assistenztrainer Pete Julian, der als unbelastet gilt. Für den 5000-Meter-Lauf flog Julian extra nach München, um ihr beizustehen.

          Vorher hatte beide überlegt, ob sie nach der Enttäuschung von Montag, als sie über 10.000 Meter als EM-Vierte ins Ziel kam, über die halbe Distanz überhaupt  starten sollte. Doch schließlich überwog ihr Wille, vor dem tollen Heimpublikum noch einmal aufzutreten.

          Was dann passierte, erinnerte an ein Rock­konzert. Die Läuferin begeisterte mit ihrem beherzten Rennen die Zuschauer, die wiederum schrien die Läuferin zum Sieg. Oder, wie es Konstanze Klosterhalfen ausdrückte: „Ich bin nicht alleine gelaufen.“

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