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Handball-Kommentar : Auspacken, einpacken

Gut gedehnt ist halb gewonnen: Handball-Torwart Andreas Wolff und seine Kieler Kollegen Bild: dpa

Das Stöhnen der Spieler über die Belastungen ist zu einem ständigen Begleitgeräusch des Handballsports geworden. Kurz vor der WM gilt im Spitzenspiel der Bundesliga: Verletzen verboten.

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          Ist ja irgendwie auch ganz schön, so ein bisschen Sport um die Feiertage. Zumindest für diejenigen, die nicht selbst aktiv werden müssen. Dann sitzt es sich zwischen den Mahlzeiten ausgesprochen gemütlich vor dem Fernseher, wo man sich herrlich berieseln lassen kann: mit Spitzenfußball aus England zum Beispiel oder auch Italien. Mit Wintersport natürlich, am Samstag geht es wieder los mit der Vierschanzentournee.

          Aber auch in den heimischen Hallen wird dieser Tage einiges geboten: Basketball, Handball, Eishockey... – Moment, Handball, war da nicht was? Richtig, nur noch zwei Wochen sind es bis zur Weltmeisterschaft, die für die deutsche Mannschaft am 10. Januar in Berlin gegen Korea beginnt. Weshalb in Leipzig ein Mann etwas angespannt vor dem Fernseher sitzen dürfte, wenn an diesem Donnerstagabend (19 Uhr / F.A.Z.-Liveticker zur Handball-Bundesliga) der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen zum Verfolgerduell in der Handball-Bundesliga antreten. „Ich fiebere mit, dass alle fit bleiben“ – das hat Christian Prokop, der Bundestrainer, schon vor ein paar Wochen gesagt. Da hatte sich gerade erst Julius Kühn schwerer verletzt, der beste deutsche Rückraum-Shooter – ein schmerzlicher Schlag für Prokop und das deutsche Team.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          In Kiel werden nun gleich sieben Spieler aus Prokops derzeitigem 18er-Kader im Einsatz sein: auf Seite des THW Steffen Weinhold sowie der Defensivblock mit Torwart Andreas Wolff sowie Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler, auf die Prokop bauen will bei dieser WM, bei den Löwen sind es Steffen Fäth, Patrick Groetzki und Jannik Kohlbacher, für die neben der Jagd auf Tabellenführer SG Flensburg auch das persönliche Motto gilt: Verletzen verboten!

          Nein, man braucht jetzt gar nicht den Vergleich mit den (Bundesliga-) Fußballspielern und ihrem sich „zwei, drei Wochen“ der Ruhe gönnenden Bundestrainer zu ziehen, um zu wissen: Leicht haben sie es nicht, die Handballspieler, das Stöhnen über die Belastungen ist zu einem ständigen Begleitgeräusch dieser Sportart geworden. Jeder weiß, dass die Klage berechtigt ist, aber keiner kann oder will etwas dagegen tun. Weil es andererseits eben auch um die ökonomische Basis geht, und da ist die Lücke, die der Fußball lässt, nicht gerade groß.

          Also werden die Nationalspieler am späten Donnerstagabend ihre Tasche aus- und, so sie gesund geblieben sind, am Freitag gleich wieder einpacken: drei Tage Lehrgang in Barsinghausen. Nach drei Tagen Silvester frei beginnt dann am 2. Januar die unmittelbare WM-Vorbereitung mit den Tests gegen Tschechien und Argentinien.

          Die Passiv-Sportler vor dem Fernseher freut’s, für die anderen gilt: Augen auf bei der Sportart-Wahl. Wobei es auch Engstellen im Terminplan gibt, für die noch höhere Mächte verantwortlich sind. Prokop durfte am 24. Dezember nicht nur Weihnachten, sondern auch seinen 40. Geburtstag feiern. Klingt stressig, ist andererseits aber gerade in seinem Sport ganz praktisch: So geht kein wertvoller Tag verloren.

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