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Kraft dominiert im Golf : Immer weiter ist nicht immer besser

  • -Aktualisiert am

Nach dem langen Ball weiß sich Bryson DeChambeau auch bei der Annäherung an das Grün zu helfen. Bild: AP

Golf-Puristen sind entsetzt von Strategie und Erfolg des US-Open-Siegers DeChambeau: Schlag den Ball, so weit es geht, und dann sehen wir mal, was passiert! Nun sind die Regelhüter gefragt.

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          Golf, das haben nicht erst diese US Open demonstriert, hat ein Problem. Die besten Spieler der Welt schlagen den Ball immer weiter. Wie weit, demonstrierten Bryson DeChambeau und Matthew Wolff, die den Sieg unter sich ausmachten, eindrucksvoll am 9. Loch, einem 523 Meter langen Par-5-Loch. DeChambeau hämmerte den Ball mit dem Driver 342 Meter weit, Wolff gar 355 Meter. Beiden reichte ein Wedge, um das Grün zu erreichen – und beide spielten ein Eagle.

          Was die Offiziellen noch mehr erschreckte: Sowohl Sieger DeChambeau als auch Wolff folgten der einfachen Strategie: Schlag den Ball, so weit es geht, und dann sehen wir mal, was passiert! Beide wissen, dass sie mit der in Krafträumen gestählten Muskulatur den Ball zur Not auch aus hohem Gras einigermaßen kontrolliert in Richtung Grün befördern können. Chambeau traf am Sonntag sechs, Wolff sieben von 14 Fairways. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Bryson hat das komplette Gegenteil von dem gemacht, was ein US-Open-Champion eigentlich tun sollte. Er hat seinen Weg gefunden. Aber ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist. Aber so sollte dieser Golfplatz oder dieses Turnier nicht gespielt werden“, sagte der Nordire Rory McIlroy, der auf dem achten Platz landete.

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