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Distanzreiten ohne Rücksicht : Totes Pferd

Das Glück der Erde: von brutalen Distanzreitern und Sportjuristen verschont bleiben. Bild: Wonge Bergmann

Scheich Abdulaziz bin Faisal al-Qassimi darf wieder aufsatteln, obwohl er ein Pferd zu Tode geritten hat. Das Glück der Erde liegt dort, wo arabische Distanzreiter und europäische Sportjuristen sie nie finden.

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          Das Glück der Erde liegt auf dem Schreibtisch kreativer Juristen. Jedenfalls für einen jungen Reitersmann aus dem Emirat Ras al Chaimah. Freispruch für Scheich Abdulaziz bin Faisal al-Qassimi. Al-Qassimi kann wieder aufsatteln, dem Internationalen Sportschiedsgericht in Lausanne sei Dank. Dabei wollte ihn die Internationale Reiterliche Vereinigung sperren, bis in den Sommer 2040. Ja, vierzig.

          Al-Qassimi hatte sein Pferd Castlebar Contraband bei einem Distanzritt in Fontainebleau im Oktober 2016 so lange geritten, bis es an einem offenen Ermüdungsbruch am vorderen rechten Sprungbein zugrunde ging und eingeschläfert wurde. Der Verband belegte al-Qassimi mit einer Strafe wie keinen Reiter vor ihm. Doch die Sportrichter in Lausanne sahen es ganz anders.

          Die festgestellte Arthrose in den Gelenken? Üblich bei Wettkampfpferden der Distanzreiter. Das im Kadaver gefundene Muskelrelaxans Xylazin, das die Tiere schmerzunempfindlich macht? Muss wohl die erstversorgende Tierärztin versehentlich gespritzt haben.

          Und überhaupt: Der Reitverband habe den Tatbestand des missbräuchlichen Umgangs mit dem Tier ja gar nicht klar definiert. Na dann: Der Tod des Pferds beweist gar nichts. Schon gar nicht Missbrauch. Oder anders gesagt: Das Glück der Erde liegt für die Pferde dort, wo arabische Distanzreiter und europäische Sportjuristen sie nie finden.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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