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Kommentar zu Frankfurt Lions : Kein Wille, kein Weg

Der Eindruck täuscht: Die Lions sind im Vergleich mit Iserlohn keineswegs obenauf Bild: dpa

1:3 liegen die Frankfurt Lions in der ersten Play-off-Runde gegen die Roosters aus Iserlohn hinten. So wird es immer wahrscheinlicher, dass der Außenseiter aus dem Sauerland den Löwen aus der Finanzmetropole die Grenzen aufzeigen wird.

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          Natürlich ist noch nicht alles verloren. Aber jetzt müsste schon ein veritables Eishockey-Wunder her. Deshalb wird es immer wahrscheinlicher, dass den Frankfurt Lions von den Iserlohn Roosters, dem Außenseiter aus dem Sauerland, die Grenzen dieser Eiszeit aufgezeigt werden. 1:3 liegen die Löwen seit Montag in der ersten Play-off-Runde der Deutschen Eishockey Liga zurück. Noch eine Niederlage (zum Beispiel im Heimspiel am nächsten Mittwoch) – und das Team von Trainer Rich Chernomaz müsste den Urlaub buchen. Es wäre das schnelle und unvermutete Ende. Auch wenn das Saisonziel – die Teilnahme an der Play-off-Runde – erreicht wurde: Die Eindrücke der vergangenen Wochen sind überwiegend negativ. Bislang hinterließen die Frankfurter in der Serie gegen die Roosters den Anschein, als sei ihnen das Erreichte schon genug. Das 1:5 am Sonntag geriet zu einem spielerischen und kämpferischen Offenbarungseid, in dem nur allzu deutlich wurde: Wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg.

          Kleinerer Etat, kleinerer Kader – größeres Herz. So lässt sich die Runde aus Sicht der wackeren Iserlohner beschreiben. Die Underdogs gaben sich in fast jedem Spiel hungriger, flinker und frischer. Sie waren mit jederzeit spürbarer Begeisterung bei der Sache. Drei der vier Duelle wurden erst in der Verlängerung entschieden; zweimal siegten die Roosters. Das kann kein Zufall sein. Da kamen Charakterzüge eines Teams zum Vorschein, das einfach mehr will.

          Ein typischer Fall von Frühform

          Ganz anders die Hessen, die sich als Mannschaft zu erkennen gaben, von der keinerlei Respekt ausging. Dabei waren sie in dieser Saison schon Tabellenführer gewesen. Das war ein typischer Fall von Frühform. An diese, bisweilen glorreichen Tage konnten die Lions nicht wieder anknüpfen. Ein typischer Fall von unangebrachter Selbstzufriedenheit?

          Jetzt muss sich – das Saison-Aus vor Augen – auch der Löwen-Trainer fragen lassen, ob er bisher eigentlich ganze Arbeit geleistet hat. Rich Chernomaz sprach vor dem Beginn der Play-off-Runde davon, dass sein Team die personelle Überlegenheit nutzen wolle, ja müsse. Mit vier Angriffsblöcken sollte der Widerstandswillen der Iserlohner gebrochen werden. Doch diesen Trumpf wollte Chernomaz nicht ausspielen. Wieso? Das wird vorerst sein Geheimnis bleiben. Vielleicht fehlte ihm das Mut zum Risiko. Vielleicht ließen ihn einige seiner Leute im Stich. Doch abgerechnet wird noch nicht. Aber womöglich schon am nächsten Mittwoch.

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