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Golf-Kommentar : Schluss mit dem Unsinn!

  • -Aktualisiert am

Golf soll wieder ein einfaches Spiel werden ohne komplizierte Regeln. Bild: Picture-Alliance

Golf ist immer komplizierter geworden. Nun sollen es wieder einfacher werden. Werden die Vorschläge umgesetzt, ist endlich Schluss mit vielen unsinnigen Regeln. Dieser Schritt ist längst überfällig.

          In seinen Anfangstagen kam Golf mit 13 Regeln aus. Seit die Gentlemen Golfer of Edinburgh, die spätere Honourable Company of Edinburgh Golfers, 1744 erstmals Regeln für das Spiel schriftlich fixierten, ist Golf immer komplizierter geworden. Mittlerweile gibt es 34 Regeln, die eigentlich Kapitel mit etlichen Unterpunkten sind. Dazu gibt es noch einen dicken Wälzer von mehr als 500 Seiten, die „Decisions On The Rules Of Golf“, eine Sammlung von Präzedenzfällen. Kaum ein Golfer steigt da noch durch. Profis rufen bei jeder Regelfrage sofort nach einem der Platzrichter, wie die Offiziellen im Golf heißen.

          Die beiden Regelhüter, der R&A aus St. Andrews und der amerikanische Golfverband USGA, schlagen nach fünf Jahren intensiver Beratungen vor, das Regelwerk zu straffen. Künftig soll es nur noch 24 Regeln geben. Doch bis Golf von unnötigem Ballast befreit wird, bis die umfangreichste Überarbeitung seit dreißig Jahren abgeschlossen ist, wird noch viel Zeit vergehen. Bis zum 31. August haben alle Golfer Gelegenheit, ihre Meinung zu den Vorschlägen schriftlich, telefonisch oder per E-Mail an beide Organisationen zu schicken. Nach diesem Input sollen Anfang 2018 die Regeln in neue, viel einfacher formulierte Texte gefasst werden. In Kraft treten sollen sie am 1. Januar 2019.

          Setzen die Offiziellen ihre Vorschläge um, dann ist endlich Schluss mit vielen unsinnigen Regeln. Dann wird es Kontroversen wie um den Strafschlag von Dustin Johnson bei den vorjährigen US Open nicht mehr geben, weil er angeblich die Bewegung des Balles auf dem Grün verursacht hatte, obwohl er ihn gar nicht berührt hatte. Bewegt sich der Ball, soll er künftig straflos zurückgelegt werden.

          Oder den Fall von Anna Nordqvist, die im Vorjahr bei den US Open beim Ausholen in einem Bunker den Sand minimal touchierte – was nur in der Superzeitlupe im Fernsehen zu erkennen war. Trotzdem wurde dies mit zwei Strafschlägen geahndet. Die Schwedin verlor deshalb das Stechen. Auch versehentliche Bodenberührungen in Hindernissen sollen nicht mehr bestraft werden. Neben der Abschaffung dieser beiden unsinnigen Regeln soll auch ein anderer Unfug, Spielern per Video-Beweis Regelverstöße nachzuweisen, stark eingeschränkt werden.

          Dazu soll das Spiel beschleunigt werden. Nach einem verlorenen Ball darf nur noch drei statt fünf Minuten gesucht werden, für jeden Schlag soll der Spieler nur noch 40 Sekunden Zeit haben. Golf soll verständlicher, unkomplizierter und schneller werden. Alles Dinge, die längst überfällig sind, in einer Zeit, in der der Sport in vielen klassischen Golfländern schrumpft oder wie hierzulande nur noch minimal wächst.

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