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US-Open : Kohlschreiber trifft auf Roger Federer

  • Aktualisiert am

Philipp Kohlschreiber besiegt den Australier John Millman. Bild: AP

Der Deutsche hat sich gegen John Millman durchgesetzt und trifft im Achtelfinale auf den Wimbledon-Sieger. Die deutschen Herren so erfolgreich wie lange nicht.

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          Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber fordert im Achtelfinale der US Open am Montag Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer heraus. Der Wimbledonsieger aus der Schweiz gewann am Samstagabend (Ortszeit) in New York gegen den Spanier Feliciano Lopez ungefährdet 6:3, 6:3, 7:5. Nach zwei Fünf-Satz-Erfolgen überzeugte der Schweizer erstmals im Turnierverlauf und machte damit das Duell mit dem Augsburger perfekt.

          Kohlschreiber hatte zuvor in seinem Drittrunden-Match mit 7:5, 6:2, 6:4 gegen den Australier John Millman die Oberhand behalten. Die Bad Oldesloerin Julia Görges hat am Sonntag gegen Sloane Stephens aus den Vereinigten Staaten die Chance auf den Viertelfinal-Einzug beim abschließenden Grand-Slam-Turnier des Jahres. Der Hamburger Mischa Zverev tritt in der Nacht zum Montag im Achtelfinale gegen Stephens Landsmann Sam Querrey an.

          Der Weltranglisten-37. Kohlschreiber bezeichnete das Aufeinandertreffen mit Federer als „sensationell“ und schwärmte: „Dafür spielt man Tennis.“ Der Bayer hat allerdings bislang alle elf Vergleiche verloren. „Wenn er gut spielt und ich gut spiele, wird es nicht reichen. Aber wenn er nicht gut spielt, bin ich da“, sagte der 33-Jährige. „Man muss ihn dauerhaft unter Druck setzen.“

          Mit ungewohnt schwachen Auftritten hatte Federer in den ersten beiden Runden Zweifel an seiner Form wachsen lassen. Unter dem geschlossenen Dach des Arthur-Ashe-Stadions ließ er dem dem Weltranglisten-35. Lopez kaum eine Chance. Im dritten Satz gab die ehemalige Nummer eins eine 3:1-Führung zwar wieder her, geriet aber nicht in Gefahr und verwandelte nach 1:46 Stunden seinen ersten Matchball. „Ich bin sehr glücklich über meine Auftritt“, sagte der der 19-fache Grand-Slam-Sieger.

          Trotz des enttäuschenden Abschneidens des hoch gehandelten Alexander Zverev stehen die Herren des Deutschen Tennis Bunds damit in New York so erfolgreich da wie zuletzt 2006. Damals vollbrachten Tommy Haas und Benjamin Becker nach einem Drittrunden-Erfolg über Andre Agassi das Kunststück, in der zweiten Woche mitzumischen. Zwei deutsche Herren-Achtelfinalisten bei einem der vier wichtigsten Turniere listet die Statistik zuletzt für die French Open 2013 auf.

          Nach Startproblemen dreht Kohlschreiber wieder auf

          Gerade bei den Herren fehlen bei der 137. Auflage der US Open zahlreiche Branchenbesten, die Chance auf Überraschungen sind groß wie selten.

          Kohlschreiber nutzte am Samstag die ihm bietende Möglichkeit gegen den in der Weltrangliste auf Platz 235 abgerutschten Millman. „Es war ein großer Kampf. Ich bin sehr glücklich, ich habe sehr gutes Tennis gespielt“, sagte Kohlschreiber. „Philipp traue ich noch viel zu“, sagte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann.

          Kohlschreibers kreativeres und variableres Spiel gab den Ausschlag, nachdem er Startprobleme hinter sich gelassen hatte und obwohl er sich insgesamt mehr unerzwungene Fehler leistete als der Australier. An einem ungewöhnlich kühlen und trüben US-Open-Tag fand der Davis-Cup-Spieler zu Beginn nur schwer seinen Rhythmus und schenkte viele Punkte zu einfach weg.

          0:3 lag der Augsburger zurück, ehe er sich fing und sich nach 55 Minuten den ersten Satz holte. Millman trat in Flushing Meadows dank eines geschützen Rankings an, weil er wegen einer Leistenverletzung die ersten Monate 2017 verpasst hatte.

          Auch Kohlschreiber war zuletzt nicht frei von Sorgen. Wegen muskulärer Probleme am Oberschenkel ließ er die Nordamerika-Tour direkt vor den US Open aus. In New York präsentiert sich der ehemalige Top-20-Spieler dennoch so erfolgreich wie bei keinem anderen Grand-Slam-Event. 2:20 Stunden benötigte der Bayer - dann sicherte er sich ohne Satzverlust seinen vierten Achtelfinaleinzug bei den US Open. „Ich liebe diese Stadt, es ist immer großartig hier zu sein“, ließ er danach wissen.

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