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83. Masters in Augusta : Koepka und DeChambeau an der Spitze

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Brooks Koepka liegt nach dem ersten Tag in Augusta auf Platz Eins. Bild: EPA

Beim Masters in Augusta gibt es an der Spitze ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Unter den Deutschen herrscht geteilte Stimmung: Kaymer hat Probleme, während Langer zufrieden auf die erste Runde blickt.

          Nach dem ersten Tag des 83. Masters führt ein Golfprofi das Feld der 81 Profis und sechs Amateure an, der zwei der vergangenen drei Majors gewann: Brooks Koepka. Der 28 Jahre alte Amerikaner schloss die Auftaktrunde auf dem Platz des Augusta National Golf Clubs gemeinsam mit seinem drei Jahre jüngeren Landsmann Bryson DeChambeau mit 66 Schlägen (6 unter Par) als Bester ab.

          „Ich habe schon beim Einschlagen gespürt, dass ich den Ball gut treffe“, sagte Koepka, der 2017 und 2018 die US Open und im Vorjahr auch noch die PGA Championship gewonnen hatte. „Wenn man dann noch am ersten Loch den Ball mitten aufs Fairway haut, dann läuft die Sache“, sagte der Weltranglistenvierte aus Florida. Ihm gelang das Kunststück einer Runde ohne ein einziges Bogey mit sechs Birdies, davon vier in Folge vom 12. bis 15. Loch. „Ich genieße die große Bühne, die Majors. Ich weiß nicht wie ich es erklären soll, sobald ich bei einem Major den Platz betrete, fühle ich mich wohl“, sagte Koepka, der Donnerstag in der letzten Gruppe auf die Runde gegangen war.

          Auch DeChambeau hatte ein späte Startzeit, als der Wind etwas auffrischte. Der Mann mit der Schiebermütze glich seine drei Bogeys mit insgesamt neun Birdies mehr als aus, davon vier auf den letzten vier Löchern. Der Kalifornier schloss vor drei Jahren das Masters als bester Amateur ab. Mittlerweile hat er als Profi fünf Mal auf der PGA Tour gewonnen und im Februar in Dubai seinen ersten Erfolg auf der European Tour gefeiert.

          Ebenfalls auf Platz 1: Bryson DeChambeau

          „Es ist einfach eine Ehre und ein Vergnügen auf diesem Platz zu spielen. Es ist ein fairer Golftest“, sagte DeChambeau, der am letzten Loch fast mit dem zweiten Schlag eingelocht hätte. Sein Ball traf den Fahnenstock und blieb Zentimeter vor dem Loch liegen. „Schade, dass er nicht reingegangen ist, denn ich habe noch nie ein Hole-in-one in meinem Leben gespielt. Da wäre ein Eagle am 18. Loch des Masters etwas ganz Besonderes gewesen“, sagte DeChambeau, der in der Weltrangliste derzeit auf Rang sechs geführt wird.

          Der Engländer Justin Rose, die Nummer eins des Rankings, erwischte mit 75 Schlägen einen rabenschwarzen Tag. Er muss sich an diesem Freitag gewaltig steigern, wenn er nach zwei Runden zu den fünfzig Besten zählen will, die die letzten beiden Runden absolvieren dürfen. Auch Rory McIlroy, der Topfavorit der Buchmacher in Las Vegas, enttäuschte mit einer Runde von 73 Schläge, einen über dem Platzstandard von 72. „Die Bedingungen waren nicht sonderlich schwer. Ich habe fünf Birdies gespielt, das war nicht das Problem. Aber ich habe einfach zu viele Fehler gemacht“, sagte der 29 Jahre alte Nordire, dem nur noch ein Sieg beim Masters fehlt, um als sechster Profi den sogenannten Karriere-Grand-Slam, den Sieg bei allen vier Majors zu vollenden.

          Justin Rose hingegen erwischte mit 75 Schlägen einen rabenschwarzen Tag.

          Tiger Woods ist einer dieser Profis, dem diese Kunststück gelang. Der 43 Jahre alte viermalige Masters-Champion kam am Donnerstag mit 70 Schlägen aus und belegte damit den elften Platz. Trotzdem war der Weltranglistenzwölfte unzufrieden. Wie schon bei seinen vergangenen fünf Turnieren in diesem Jahr zeigte der Kalifornier, der in den Zeiten seiner Dominanz traumhaft sicher einlochte, wieder ungewohnte Schwächen bei den Putts aus drei Metern Entfernung und weniger.

          Tiger Woods zeigte in Augusta wieder ungewohnte Schwächen bei den Putts aus drei Metern Entfernung und weniger.

          Wie der Weltranglistedritte McIlroy benötigte auch Martin Kaymer aus Mettmann 73 Schläge und liegt damit ebenfalls auf dem 44. Platz. „Ich habe sehr gute Schläge mit den Eisen gemacht und gut geputtet“, zog der 34 Jahre alte Rheinländer nach der Runde Bilanz, „aber meine Abschläge waren nicht gut. Daran muss ich arbeiten.“ Kaymer, der in der Weltrangliste als ehemaliger Primus (acht Wochen 2011) nur noch auf Platz 190 rangiert, schilderte seine Runde als ständigen Kampf, der viel Energie kostete. „Aber es hat viel Spaß gemacht“, fügte Kaymer an, der bei seiner zwölften Teilnahme auf dem hügeligen Platz in Augusta spät seine Liebe zu der Anlage entdeckt hat, die als einer der besten und schönsten der Welt gilt.

          Bei Bernhard Langer hingegen war es Liebe auf den ersten Blick. Als er 1982 erstmals zu diesem Turnier eingeladen wurde, war er zwar am Cut gescheitert. Dennoch habe er gespürt, dass ihm der Platz liege. Er bewies es mit seinen Masters-Siegen in den Jahren 1985 und 1993. Auch im reifen Alter von 61 Jahren kann der bayrische Schwabe aus Anhausen diesen 6800 Meter langen Platz noch immer unter Par spielen. Nach 71 Schlägen lag er bei seiner 36. Teilnahme auf Rang 21.

          „Auf einem kurzen Platz kann ich immer noch jeden Spieler der Welt schlagen, aber dass ich auf diesem langen Platz besser spiele als etliche der weltbesten Profis, ist schon erstaunlich“, sagte der Wahl-Amerikaner, der ansonsten ausschließlich auf der PGA Tour Champions antritt, der Turnierserie für Profis, die das 50. Lebensjahr vollendet haben.

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