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Kletter-Star Alexander Megos : Im Fels daheim

60 Züge Genuss: Den Wechsel zurück vom Klettern in der Halle auf den nackten Felsen erlebt Megos als Heimkehr. Bild: Photo: Ray Demski / Red Bull Con

Alexander Megos ist ein Weltklasse-Kletterer mit hohem Ehrgeiz. Vor nicht allzu langer Zeit erlebt er einen herben Rückschlag. Dieser entwickelt sich nun aber zum Segen für den Deutschen.

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          „Manchmal“, sagt Alexander Megos, „hat man schon das Gefühl, man ist mit der Geduld am Ende.“ Wenn es über Tage und Wochen keine Fortschritte in der Route gibt, wenn nicht mal mehr der Punkt in Reichweite ist, den man vor einem Jahr schon mal erreicht hat. „Dann denkt man sich schon: Ach komm, ist mir alles zu blöd. Ich hör auf.“ Wer als Kletterer in der Weltspitze erfolgreich sein will, muss vieles mitbringen: Kraft, Koordination, Körpergefühl, Beweglichkeit, technisches Vermögen. Und doch hilft all das manchmal nicht weiter, wenn es an einer anderen Fähigkeit fehlt – Geduld. Besonders, wenn man Routen klettern will, die noch nie ein Mensch zuvor bewältigt hat. So wie das Alexander Megos gerne tut.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der 27 Jahre alte Erlanger ist seit Jahren in den schwersten Kletterrouten der Welt zu Hause. Nicht immer war dabei das gleichmütige Hinnehmen missglückter Versuche seine große Stärke, zu ausgeprägt ist sein Ehrgeiz, zu intensiv der Drang, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen. Mit den Jahren aber hat Megos gelernt, mit Rückschlägen beim Klettern besser umzugehen – auch weil er erkannt hat, dass ihm auf seinem Niveau gar nichts anderes übrigbleibt. „Wenn man am Limit klettern will, kann es gut sein, dass man in eine Route viel Arbeit reinsteckt und am Ende trotzdem nicht hochkommt“, sagt er: „Es ist ein schmaler Grat, ob eine Route geht oder nicht. Aber das findet man erst raus, wenn man sie längere Zeit probiert.“

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