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Kirsten Bruhn : Genug gequält

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In Action: Kirsten Bruhn hat so ziemlich alles gewonnen, was es im Sport zu gewinnen gibt Bild: dpa

Die mehrfache Paralympics-Siegerin Kirsten Bruhn beendet ihre Schwimmkarriere. Damit verlässt eine der bekanntesten Behindertensportlerinnen die große Sportbühne. Zum Abschied gibt es noch Kritik für den Behindertensportverband.

          Die Quälereien haben für Kirsten Bruhn nun ein Ende. Eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Behindertensportlerinnen schwamm bei der Schwimm-Europameisterschaft am Wochenende in Eindhoven ihren letzten großen Wettkampf. Und das gewohnt erfolgreich: Die 44 Jahre alte Schwimmerin gewann noch zweimal Gold und einmal Bronze. „Die Zeit war schön und ich bin sehr dankbar. Aber ich habe mich genug gequält“, sagte Bruhn zu ihrem Abschied.

          Die dreimalige Paralympics-Siegerin, die aufgrund eines Motorradunfalls seit 1991 mit einer inkompletten Querschnittslähmung im Rollstuhl sitzt, trug damit wieder zur deutschen EM-Erfolgsbilanz bei. Die deutschen Schwimmer mit Handicap holten vor den abschließenden Rennen am Sonntag 21 Medaillen: sechsmal Gold, siebenmal Silber und achtmal Bronze. Europameister wurden auch Sebastian Iwanow (2 Titel), Elena Krawzow und Daniela Schulte (je 1).

          Nun sollen neue Herausforderungen kommen: Kirsten Bruhn

          Nun will sich Bruhn neuen Herausforderungen stellen. „Jetzt kommen andere Aufgaben in meinem Leben, die sicher nicht weniger aufregend und herausfordernd sind“, sagte Bruhn, die sich nun noch mehr auf ihren Beruf als Botschafterin des Unfallkrankenhauses Berlin konzentrieren wird. Nur noch einzelne Starts will sie in diesem Jahr absolvieren, beispielsweise Ende August in London. An der Stätte ihres dritten Paralympics-Sieges will Bruhn unbedingt noch mal schwimmen.

          Vorhandene Mittel besser einsetzen

          Die siebenmalige Weltmeisterin und Europameisterin war stets ein Vorbild im Becken und auch abseits, 96 Mal wurde sie deutsche Meisterin. Dazu kamen 65 Welt- und 76 Europarekorde und viele Auszeichnungen: 2012 erhielt sie den Bambi in der Kategorie Sport, dreimal das „Silberne Lorbeerblatt“, viermal wurde sie Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein.

          Die Ausnahme-Athletin geht nicht, ohne die aktuelle Lage des deutschen Behindertensports kritisch anzusprechen. Sie sorge sich momentan um die internationale Konkurrenzfähigkeit des deutschen Behindertensports. „Wenn wir in Rio und den nachfolgenden Paralympics mit den anderen Nationen noch ein bisschen mithalten wollen, dann muss sich etwas tun“, sagte Bruhn vor der EM. Der deutsche Verband habe immer „ganz hohe Ansprüche, will immer mit den großen Nationen mithalten im Medaillenspiegel.“ Das sei keine Frage des Geldes, die Mittel müssten nur richtig beantragt und genutzt werden.

          Um sich mit anderen Spitzennationen messen zu können, müsse auf mehr Jugendförderung und bessere Ausbildung der Trainer gesetzt werden, forderte Bruhn. „Es muss wieder mehr rauskommen, dass Leistungssport in Deutschland gewollt ist und gefördert wird. Ansonsten sieht es ein bisschen dunkel aus mit unserem Nachwuchs“, sagte Bruhn.

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