https://www.faz.net/-gtl-8jozi

Pferderennen in Ascot : Galoppieren für Elizabeth

  • -Aktualisiert am

Packendes Rennen bei den King George VI and Queen Elisabeth II Stakes in Ascot. Bild: AFP

Auch mit stolzen 90 Jahren ist der Terminkalender der Queen noch prall gefüllt – das Royal Ascot in der Nähe ihres Sitzes auf Windsor bildet dabei das Highlight.

          4 Min.

          Die britische Königin hat auch mit stolzen 90 Jahren einen prall gefüllten Terminkalender - voller gesellschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Verpflichtungen. Auch in Sachen Pferd gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, die von der Queen niemals verpasst werden: die Royal Windsor Horse Show, Royal Ascot, das Derby und natürlich die King George VI and Queen Elizabeth II Stakes - ein Rennen, das nach ihrem Vater und ihr selbst benannt ist. Gelaufen wird es in Ascot, nur wenige Galoppsprünge von ihrem Stammsitz auf Windsor Castle entfernt. Das Gruppe-1-Rennen über 2400 Meter gilt als das Sommer-Highlight in Europa, als die wichtigste Prüfung nach dem Prix de l’Arc de Triomphe für dreijährige und ältere Pferde. Es ist mit rund 1,4 Millionen Euro auch königlich dotiert.

          In die Schatulle der Monarchin flossen in diesem Jahr davon umgerechnet 155.000 Euro für den dritten Platz von Dartmouth. Allerdings abzüglich eines nachträglichen Nenngeldes von 90.000 Euro. Denn Trainer Sir Michael Stoute entschloss sich kurzfristig zu einem Start nach dem Sieg des vierjährigen Hengstes beim Royal Ascot-Meeting vor fünf Wochen. Damals bezwang Dartmouth noch Highland Reel, dieses Mal drehte der vom Iren Aidan O’Brien trainierte und von Ryan Moore gerittene Hengst den Spieß um. Platz zwei ging an Wings Of Desire.

          Queen Elisabeth II überreicht den Gold Cup beim inoffiziellen  „Ladies Day“ in Royal Ascot.

          Im Lager der Queen war man mit dem dritten Rang dennoch sehr zufrieden. „Wir sind begeistert, dass Dartmouth ein so starkes Rennen gelaufen ist“, sagte ihr Renn-Manager John Warren. „Wir dachten, er wird vom Feld geschluckt, aber er hat seinen Kopf vorgestreckt und gekämpft.“ Wie es mit dem Hengst jetzt weiter geht, ist offen. Aber internationale Veranstalter bemühen sich um das Pferd - in Australien wegen eines möglichen Auftritts im Melbourne Cup oder in den Vereinigten Staaten im Breeders’ Cup. Beides sind millionenschwere Rennen mit hohem Prestige, aber ein königlicher Starter würde sie zusätzlich schmücken.

          Warren ist seit 15 Jahren der Racing Manager der Queen. Er übernahm das Amt von seinem verstorbenen Schwiegervater, Henry Herbert, dem 7. Grafen von Carnavon. „Sie wäre eine hervorragende Trainerin geworden“, sagt Warren über seine Dienstherrin. „Das Wohl der Pferde kommt für sie immer zuerst. Wenn es um die Gesundheit der Tiere geht, dann könnte ich sie Tag und Nacht anrufen.“ Stets im Juli besucht die Königin ihr Gestüt Sandringham Stud, das 1886 vom damaligen Prinzen von Wales, Edward, gegründet wurde. Bewaffnet mit einer altmodischen Kamera, schaut sich Elizabeth ihre rund 20 Zuchtstuten mit den neuen Fohlen an.

          Bereits im Frühling hat sie sich ein Bild von den Jährlingen gemacht, die im Polhampton Stud in Hampshire auf ihre Rennkarriere vorbereitet werden. Wenn diese beendet ist, gehen sie entweder in die Zucht oder erhalten in den königlichen Gestüten ihr Gnadenbrot. „Ihre Majestät verfolgt die Entwicklung der Pferde sehr genau“, so Warren. Dazu gehören auch regelmäßige Besuche in den Ställen ihrer fünf Trainer, auf die sich rund 20 Vollblüter verteilen. Die Queen gehört nach Einschätzung des Managers zur angenehmen Sorte der Besitzer: „Sie fragt nie, wie können wir dieses oder jenes Rennen gewinnen, sondern überlässt dem Schicksal seinen Lauf. Sie schaut stets nach vorne und hängt nicht der Vergangenheit nach.“

          „Sie ist durch und durch pferdesüchtig“

          Die Pferdeliebe begann sehr früh: Im Alter von vier Jahren bekam Elizabeth ein Shetland Pony mit dem Namen Peggy geschenkt, mit sechs lernte sie reiten. „Sie ist durch und durch pferdesüchtig“, sagt Lucy Higginson, ehemalige Chefredakteurin von „Horse & Hound“, der ältesten Pferdezeitschrift in Großbritannien. Ihre Cousine Margaret Rhodes sagte in einer BBC-Dokumentation, die Pferde böten der Königin ein Stück Normalität: „Mit den Pferden ist sie in einer anderen Welt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.