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Kieler Prozess : Freiheitsstrafen gefordert

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Die Staatsanwaltschaft fordert für Uwe Schwenker (hinten) und Zvonimir Serdarusic Freiheitsstrafen Bild: dpa

Der Handball-Prozess in Kiel neigt sich dem Ende entgegen. Für Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic werden Freiheitsstrafen gefordert. Der Oberstaatsanwalt spricht von „unverfrorenen Lügengeschichten“.

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          Im Handballprozess gegen die ehemaligen Verantwortlichen des THW Kiel, Manager Uwe Schwenker und Trainer Zvonimir Serdarusic, hat Oberstaatsanwalt Axel Goos Freiheitsstrafen gefordert. Sie sollten zur Bewährung ausgesetzt werden. Für Schwenker forderte er eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit zwei Jahren Bewährung, für Serdarusic 17 Monate mit ebenfalls zwei Jahren Bewährung.

          Das sagte Goos am Mittwoch nach seinem mehr als drei Stunden dauernden Plädoyer vor der Fünften Großen Strafkammer des Landgerichts Kiel. Zudem solle Schwenker eine Geldauflage von 25.000 Euro, Serdarusic eine Geldauflage in Höhe von 15.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

          Zur Begründung sagte Goos: „Beide Angeklagten haben mehrere Delikte getätigt: Bestechung im geschäftlichen Verkehr, Betrug und Untreue beziehungsweise bei Serdarusic Beihilfe zur Untreue. Daraus erklärt sich das Strafmaß.“ Die Verteidigung wird ihre Plädoyers am Montag halten, das Urteil soll Ende kommender Woche gefällt werden.

          Im Kern ging es auch am 17. Verhandlungstag darum, ob Schwenker und Serdarusic versucht haben, das siegreiche Champions-League-Finalrückspiel im April 2007 gegen die SG Flensburg mittels Schiedsrichterbestechung zu manipulieren. Über den Mittelsmann Nenad Volarevic sollen damals 92.000 Euro von einem THW-Konto an die polnischen Schiedsrichter des Finals geflossen sein. Die Angeklagten und alle Beschuldigten bestreiten das.

          „Unverfrorene Lügengeschichten“

          Goos sagte, er sei überzeugt, dass eine Schiedsrichterbestechung zugrunde liege. Es lägen Beweismittel vor, die nur diesen Schluss zuließen. Goos sagte: „In der Sprache des Versicherungskaufmanns Schwenker wurde eine Versicherung auf den Erfolg abgeschlossen. Der Versicherungsfall trat nicht ein, aber die Prämie musste bezahlt werden.“ In diversen Nachbetrachtungen des Spiels hatte sich keine Bevorteilung des THW feststellen lassen.

          Da es den Straftatbestand des Sportbetrugs in Deutschland nicht gibt, hatte die Strafkammer einer Anklage zugestimmt, die auf Betrug, Bestechung und Untreue lautet. Goos sprach rückblickend von einem denkwürdigen Prozess. Ihm seien bei der Zeugenvernehmung „unverfrorene Lügengeschichten“ erzählt worden. Er sei auf ein „Kartell des Schweigens“ gestoßen. Dabei seien die Belange des Sports auf der Strecke geblieben.

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