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Outing von Kelly Holmes : „Ich bin endlich frei!“

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„Es gab viele dunkle Zeiten, in denen ich wünschte, ich könnte schreien“, sagt Holmes, die sich nun als lesbisch outete. Bild: picture-alliance / dpa

Nach 34 „dunklen Jahren“ outet sich die britische Leichtathletik-Ikone Kelly Holmes. Lange hat sie ihre Sexualität im Geheimen leben müssen.

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          Kelly Holmes zeigt ihr breitestes Olympiasiegerinnen-Lächeln, dabei erzählt sie gerade von ihrem Jahrzehnte währenden Martyrium. Nervenzusammenbrüche, Suizidgedanken, Selbstverletzungen und panikartige Angst vor Strafverfolgung. Das war über 34 Jahre Alltag für die britische Leichtathletik-Ikone. Vorbei. Sie sei nervös, es offen auszusprechen, sagt sie – und tut es doch: „I'm gay“, Kelly Holmes ist lesbisch.

          Als die Doppel-Olympiasiegerin von 2004 diese wenigen Worte, die für sie alles bedeuten, in die TV-Kamera des Boulevardblatts Mirror spricht, hat sie das „Gefühl, vor Aufregung zu explodieren“. Jetzt, verkündet sie voller Erleichterung über ihr Coming-out, „bin ich endlich frei!"

          Holmes war gerade 17 und frisch bei der Army, als der Kuss einer Soldatin alles veränderte: „Da habe ich verstanden, dass ich lesbisch sein muss, weil es sich gut anfühlte.“ Das Problem: In der britischen Armee wird Homosexualität bis ins Jahr 2000 strafrechtlich verfolgt, es drohen harte Strafen bis hin zu Gefängnis.

          „Ich konnte nicht“

          Holmes offenbart sich ihrem Stiefvater, bleibt aber zehn Jahre in der Armee - und lebt ihre Sexualität im Geheimen. In ständiger Angst, geoutet zu werden. „Es gab viele dunkle Zeiten, in denen ich wünschte, ich könnte schreien, dass ich lesbisch bin – aber ich konnte nicht“, sagt die 52-Jährige.

          Der Sport sei ihre „Rettung“ gewesen, doch die Angst lief mit. Am Vorabend des WM-Finals über 800 m 2003 in Paris verletzt sie sich mit einer Schere an Armen und Beinen, weil sie das Versteckspiel fertigmacht – und rennt tags darauf zu Silber. Ein Jahr später fliegt sie mit Gold über 800 und 1500 m in Athen förmlich in den Olymp.

          Der Entschluss, sich zu offenbaren, reift erst im Herbst 2020, als sie nach einer Corona-Infektion einen weiteren Zusammenbruch erlebt. „Ich wollte endlich ich selbst sein“, sagt sie. Sie kontaktiert die Armee und erhält die erlösende Nachricht, dass sie strafrechtlich nicht mehr belangt werden kann: „Ich hatte das Gefühl, wieder atmen zu können.“

          Im Dokumentarfilm „Being me“ erzählt sie ihre Geschichte. „Manchmal“, sagt Kelly Holmes, „weine ich vor Erleichterung.“

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