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Kein Doping nachweisbar : Verfahren gegen Triathlet Leder eingestellt

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Leder: „Froh, dass das Ganze ausgestanden ist” Bild: dpa

Die Antidopingkommission der Deutschen Triathlon Union (DTU) hat das Ermittlungsverfahren wegen Dopingverdachts gegen Lothar Leder eingestellt. „Die Einnahme von verbotenen Substanzen oder die Anwendung unerlaubter Maßnahmen“ kann nicht nachgewiesen werden.

          Mehr als neun Monate nach der Veröffentlichung auffälliger Blutwerte durch den Veranstalter des Ironman Germany hat die Deutsche Triathlon Union das Ermittlungsverfahren gegen den Darmstädter Lothar Leder eingestellt. Die Anti-Doping-Kommission des Verbandes sei „nach eingehender Untersuchung und auf Grund mehrerer Gutachten“ zu dem Ergebnis gekommen, dass dem 37-Jährigen „die Einnahme von verbotenen Substanzen oder die Anwendung unerlaubter Maßnahmen“ nicht nachgewiesen werden kann, teilte der Verband am Dienstag mit. Leder reagierte erleichtert. „Ich bin froh, dass das Ganze ausgestanden ist und ich mich jetzt wieder auf den Sport konzentrieren kann.“

          „Unsere Anti-Doping-Kommission hat den Fall sehr sorgfältig geprüft“, sagte DTU-Präsident Rainer Düro. Die von renommierten Medizinern im In- und Ausland eingeholten Gutachten hätten den Verdacht der Manipulation zwar nicht komplett ausräumen können, „der Nachweis konnte aber nicht erbracht werden.“ Deshalb gebe es nach Artikel 24 der Anti-Doping-Ordnung des Verbandes aber auch nach den Richtlinien der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und der Welt Anti Doping Agentur (WADA) keine Handhabe für eine Bestrafung.

          Juristische Schritte gegen Denk

          Leder hatte bei einer freiwilligen Dopingprobe im Vorfeld des Ironman Germany in Frankfurt am 1. Juli des vergangenen Jahres auffällige Blutwerte aufgewiesen, die einen Manipulationsverdacht nahelegten. Unter anderem war der Wert der Retikulozyten, der frischen Blutkörperchen, ungewöhnlich niedrig. Rennarzt Klaus Pöttgen (Darmstadt) und Ironman-Veranstalter Kurt Denk hatten am 1. August 2007 Leders Werte veröffentlicht und auf dieser Basis den Verdacht möglichen Blutdopings geäußert.

          Leder, dessen Frau Nicole die Veranstaltung in Frankfurt im vergangenen Jahr gewann, wies den Manipulationsverdacht stets zurück. Er führte die Werte unter anderem auf einen Herpes zurück. Zudem leitete er juristische Schritte gegen Denk und dessen Sport & Event GmbH „XDream“ ein. „Da laufen noch Verfahren“, bestätigte Leder der dpa.

          „Endlich die Saison planen“

          Dass in das so lange schwelende Ermittlungsverfahren plötzlich wieder Bewegung gekommen war, kommentierte der erst im Februar zum neuen DTU-Präsidenten gewählte Düro so: „Nach unserer Amtsübernahme haben wir gesagt, dass wir die vorgefundenen Baustellen so schnell wie möglich abarbeiten wollen. Dazu zählte auch der Fall Leder.“ Er wies daraufhin, dass es während der gesamten Zeit kein Startverbot oder eine Sperre gegen den Athleten gegeben habe. Dennoch nahm Leder die Einstellung erfreut zur Kenntnis.

          „Ich hatte vorher nie mit Anwälten zu tun. Das hat schon sehr belastet. Jetzt kann ich endlich meine Saison planen“, sagte der Inhaber eines Sportgeschäfts. Das Ziel für die laufende Saison heißt nun Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. „Ich war bereits 13 Mal auf Hawaii und will in Zukunft noch einige Mal dort hin.“

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