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Zum Tod von Karl Mildenberger : Der Boxer, den Muhammad Ali lobte

  • -Aktualisiert am

Legendär: Der Kampf zwischen Muhammad Ali und Karl Mildenberger (rechts) 1966. Bild: dpa

Karl Mildenberger schrieb mit seinem Kampf gegen Muhammad Ali im Frankfurter Waldstadion Geschichte. Wohl noch nie war ein k.o.-geschlagener Boxer im Triumphzug auf Schultern aus dem Ring getragen worden.

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          Der schwergewichtige Boxpromoter Joachim Göttert kletterte mühsam auf ein Kassenhäuschen vor der Frankfurter Festhalle. Mit einem Megaphon forderte er Tausende, sich vor den Eingängen drängende Menschen auf, wieder nach Hause zu gehen. Es gebe keine einzige Karte mehr. Der Anlass für den Andrang: Karl Mildenberger verteidigte den Titel des Europameisters im Schwergewicht gegen den Italiener Piero Tomasoni. Es war der 1. Februar 1967. „Milde“, wie er liebevoll von seinen Fans genannt wurde, war seit vier Monaten der deutscher Sportheld schlechthin, seit der Pfälzer mit den schwarzen Haaren dem größten Athleten auf dem Planeten heroischen Widerstand geleistet hatte: Muhammad Ali, damals in den Zeitungen trotz seiner Konversion zum Islam weiterhin beharrlich Cassius Clay genannt.

          An jenem 10. September 1966 wurde das Frankfurter Waldstadion zum Nabel der (Box)Welt. Erstmals wurde ein Boxkampf in Farbe im amerikanischen Fernsehen gezeigt. Für Deutschland war es ein sporthistorisches Ereignis: Die – trotz Max Schmeling – erste Boxweltmeisterschaft im Schwergewicht hierzulande überhaupt. Und als Krönung obendrauf: mit dem größten, charismatischsten Champion aller Zeiten. Ali war 24, Mildenberger 28 Jahre alt.

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