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Kanu-Slalom : Schiff versenkt

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Stechen ein letztes Mal gemeinsam ins wilde Wasser: Franz Anton (vorne) und Jan Benzien Bild: AFP

Die Slalomkanuten stürzen sich am Wochenende ein letztes Mal im Zweier-Canadier ins Wildwasser. Nach der EM wird die ganze Bootsklasse ausrangiert. Nicht ohne Ärger bei den Beteiligten.

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          Ein letztes Mal wird es sein wie immer: Franz Anton und Jan Benzien werden sich mit ihren Stechpaddel gemeinsam ins Wildwasser stürzen, kniend im Boot durch die Slalomstangen steuern und am Ende des Wettkampfs wahrscheinlich eine Medaille in der Hand halten. Danach aber, am Samstag gegen 14.10 Uhr, ist endgültig Schluss mit einer der traditionsreichsten Bootsklassen der Slalom-Kanuten. Der Canadier-Zweier (C2) verschwindet nach der Europameisterschaft in Prag aus dem Programm - wohl für immer. Und nicht ohne Nebengeräusche.

          Die Internationale Kanuverband (ICF) habe „unseren Sport auf die respektloseste Art zerstört, die es gibt“, schrieb Anton bei Facebook und fügte sarkastisch an: „Daumen hoch.“ Anton, gemeinsam mit Jan Benzien 2015 Weltmeister, ärgerte sich vor allem der Zeitpunkt mitten in der Saisonvorbereitung. „Man hätte das schon im letzten Herbst entscheiden müssen“, sagt auch Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), gleichzeitig Vizepräsident des Weltverbandes.

          „Ich kann den Ärger der Sportler absolut verstehen. Der Vorschlag des Slalomkomitees kam auch für uns überraschend“, sagt Konietzko im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid). Er stimmte Ende März gegen den Antrag. Allerdings vergeblich: zwei Monate vor Saisonbeginn flog der C2 aus dem Programm für Weltmeisterschaften und Weltcups - und ist damit praktisch untergegangen.

          Die Zukunft gehört dem Mixed-Wettbewerb

          Seit 1949 gehörte der C2 zum WM-, seit 1992 sogar zum Olympia-Programm. Deutsche Erfolge konnten sich sehen lassen: 2003 wurden Marcus Becker und der bei Olympia 2016 tödlich verunglückte Stefan Henze gemeinsam Weltmeister. Auch Christian Bahmann/Michael Senft (2005) sowie Anton/Benzien (2015) gewannen WM-Gold. Becker/Henze fuhren 2004 in Athen zudem zu Olympiasilber. „Für uns war das eine super erfolgreiche Disziplin, die die Zuschauer immer prima unterhalten hat“, sagt Konietzko.

          Doch die Zukunft gehört dem Mixed - weil das IOC Gleichberechtigung im olympischen Programm fordert und entsprechend Druck ausübte. Weil die Männer-Duos schon 2020 nicht mehr dabei sein werden, ging die Zahl der Teams mangels Perspektive schon jetzt stark zurück. „Nur noch fünf Nationen wollten einen C2 zur WM nach Brasilien schicken. Dann lohnt es nicht, einen Wettbewerb durchzuführen“, sagt Konietzko.

          Bei der EM in Tschechien gehört der Zweier trotz der Ausbootung noch einmal zum Programm. „Wir wollen in Prag den Abschied dieser Disziplin feiern“, sagt Konietzko: „Auch wenn es nicht viel Grund zum Feiern gibt.“ Benzien beendet danach mit 35 Jahren seine Karriere, der sieben Jahre jüngere Anton will wieder in den Einer umsteigen.

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