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Kanalschwimmen : „Bezwungen! Mich und das Meer!“

  • -Aktualisiert am

Loslassen im Wasser: André Wiersig hat alle Ozeane durchschwommen. Bild: André Wiersig

Kanalschwimmer wie André Wirsig verabreden sich im Ozean mit sich selbst – und lassen los. Sie machen sich leicht und hüpfen auf den Wellen hin und her. Eine Annäherung.

          7 Min.

          Die letzte große Prüfung für den Schwimmer André Wiersig war die Cook Strait. Die Meerenge, welche die neuseeländischen Hauptinseln trennt, zählt zu den stürmischsten der Welt, weil dort die wuchtigen Wellen der Tasmanischen See auf den Pazifik klatschen. Anfang Mai war die See dort tosend und 13 Grad kalt, ein kalter Wind wehte zudem, als Wiersig in das Wasser watete, um den 22 Kilometer breiten Kanal zu durchqueren. Und irgendwann erreichte er die Passage, die ihm alles abverlangte. „Es war die pure Kreuzsee“, erinnert sich der 47 Jahre alte, in Paderborn lebende Wiersig in seinem neuen Buch „Nachts allein im Ozean“. „Die Wellen schlugen so hart gegeneinander, dass sich Strudel bildeten.“

          Die beiden Männer im Schlauchboot, die den Schwimmer begleiteten, hatten schwer zu kämpfen. Mehrfach standen sie vor dem Kentern. Wiersig aber begann irgendwann, die Wildheit zu genießen. Sein Talent und seine Fähigkeiten bestünden darin, „beim Schwimmen im Ozean alles abzugeben, auch alle Erwartungen“, davon ist er überzeugt. „Mich komplett leicht zu machen. Ich stehe dann da und habe nur die Badehose an, dazu die Badekappe und die Schwimmbrille. Alles andere ist dann wie von mir abgefallen. Ich fühle mich dann wie schwerelos. Genauso bin ich durch diese völlig surreale Passage im Pazifik geschwommen. Ich war ganz leicht. Ich hüpfte praktisch auf diesen Wellen hin und her. Und wenn es ging, bewegte ich dabei meine Arme.“

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