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Psychischer Druck im Turnverein : „Ich will nicht gemein zu mir sein“

Beginnt ihren Tag am liebsten kopfüber: Anne Severin in ihrer Wohnung in Köln Bild: Stefan Finger

Sie hat Angst vor dem Training, traut sich nicht mehr zu essen: Als Kind erlebt Anne Severin psychischen Druck im Turnverein. Heute fragt sie sich: Muss das sein? Ein Protokoll.

          5 Min.

          Wenn ich morgens aufwache, stelle ich mich meistens direkt in den Handstand. Es ist ein gutes Gefühl, den Tag kopfüber zu beginnen. Beim Turnen bringst du den Körper in Lagen, in denen er sonst nicht ist. In solchen Momenten ist alles etwas anders, ich verliere fast den Bezug zum Alltag. Mit sieben Jahren habe ich angefangen mit dem Sport.

          Stefanie Sippel
          Sportredakteurin.

          Als Kind war die Turnhalle für mich ein Paradies. Wenn unsere Trainerin mal zu spät war, dann sind wir mit dem Trampolin in die Schnitzelgrube gesprungen. Oder wir haben uns auf die weichen Schaumstoffklötze gelegt, die wir für die Abgänge am Balken benutzt haben – und dort entspannt und gequatscht. Ich habe fünf Mal die Woche mehrere Stunden trainiert, manchmal vor der Schule oder zwischen den Schulstunden. Obwohl ich die Halle geliebt habe, hatte ich immer einen gehörigen Respekt.

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