https://www.faz.net/-gtl-9n0lz

Tennisprofi rastet aus : Kyrgios schmeißt Stuhl und fliegt raus

  • Aktualisiert am

Kurze Zündschnur: Der Australier Nick Kyrgios wurde nach einem Ausraster vom Turnier ausgeschlossen. Bild: AFP

Für die letzten beiden deutschen Profis endet das Tennis-Turnier in Rom im Achtelfinale. Auch für einen Australier ist der Wettbewerb beendet.

          Der australische Tennisprofi Nick Kyrgios hat beim Tennisturnier in Rom für einen Eklat gesorgt. Nach einer aus seiner Sicht zweifelhaften Schiedsrichterentscheidung verlor der 24 Jahre alte Profi im Zweitrunden-Match gegen den Norweger Casper Ruud die Nerven, knallte der 24 Jahre alte Australier seinen Schläger auf den Boden, kickte ihn mit dem Fuß weg und warf schließlich einen Stuhl einige Meter über den Court.

          Zuvor hatte der Unparteiische dem Australier beim Stand von 3:6, 7:6 (7:5), 1:1 anscheinend wegen Fluchens einen Punktabzug erteilt, wodurch Kyrgios 1:2 in Rückstand geriet. Kyrgios packte seine Tasche und verließ den Platz – nachdem er Ruud und dem Schiedsrichter immerhin die Hand gegeben hatte. Dieser erklärte den Norweger zum Sieger durch Disqualifikation des Gegners.

          Kyrgios hatte sich zuvor bereits mehrfach mit dem Publikum angelegt und legte sich dann auch mit einem Ordner an, der für den Einlass der Zuschauer auf den Court 3 zuständig war.

          Julia Görges musste in Rom derweil verletzt aufgeben und schied als letzte deutsche aus dem Turnier aus. Die 30-Jährige aus Bad Oldesloe konnte am Donnerstag gegen die Rumänin Mihaela Buzarnescu beim Stand von 4:6, 6:3, 4:4 nicht weiterspielen. Beim Stand von 4:3 hatte sich Görges behandeln lassen. Über die Art und Schwere der Verletzung war zunächst nichts bekannt. Die deutsche Nummer zwei hatte zuletzt schon beim Heimturnier in Stuttgart wegen bereits länger bestehender Probleme an der Halswirbelsäule in der ersten Runde aufgegeben.

          Nach dem Aus von Mona Barthel und der Absage von Angelique Kerber wegen einer Knöchelverletzung ist damit beim letzten großen Test vor den French Open in der italienischen Hauptstadt keine deutsche Spielerin mehr dabei.

          Seit Wochen mit Problemen: Julia Görges (im Bild bei einem Turnier im April) muss auch in Rom vorzeitig aufgeben.

          Djokovic hat keine Mühe gegen Kohlschreiber

          Für die beiden letzten verbliebenen deutschen Profis war derweil im Achtelfinale Schluss. Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff scheiterten am Donnerstagabend, für beide war es das zweite Match innerhalb weniger Stunden. Davis-Cup-Spieler Kohlschreiber musste sich dem topgesetzten Serben Novak Djokovic 3:6, 0:6 geschlagen geben, in 1:02 Stunden war der Augsburger chancenlos gegen die Nummer eins der Welt.

          Für Kohlschreiber war es schon das dritte Duell mit Djokovic in diesem Jahr, es wurde das einseitigste: Beim Masters in Indian Wells gewann der Deutsche (6:4, 6:4), beim Masters von Monte Carlo nahm er dem Dominator immerhin einen Satz ab (3:6, 6:4, 4:6).

          Noch am Mittag hatte Kohlschreiber sich das Spiel gegen Djokovic mit einer Energieleistung verdient. Der Augsburger gewann sein Zweitrundenmatch gegen Lokalmatador Marco Cecchinato (Nr. 16) mit 6:3, 6:3. Zu der Terminenge war es gekommen, nachdem am Mittwoch der komplette Spieltag dem Dauerregen zum Opfer gefallen war. Gegen den Italiener hatte der ungesetzte Deutsche einen Fehlstart hingelegt. Der 35-Jährige gab sein erstes Aufschlagspiel ab und lag mit 0:3 zurück, gewann dann aber jedes Spiel und sicherte sich den ersten Satz letztlich souverän. Nie in Gefahr geriet der Gewinn des zweiten Durchgangs.

          „Ich habe den Start verschlafen, aber danach keine Fehler mehr gemacht“, sagte Kohlschreiber: „Heute war ich eher der Spieler, der Gegner musste eher laufen.“

          Struff und Thiem scheiden aus – Nadal weiter souverän

          Struff scheiterte im Achtelfinale an dem an Nummer sechs gesetzten Japaner Kei Nishikori mit 6:3, 6:7 (2:7), 3:6. Wenige Stunden zuvor war Struff die Revanche gegen den ehemaligen US-Open-Sieger Marin Cilic geglückt. Dabei setzte sich der Warsteiner im Foro Italico mit 6:2, 6:3 gegen den Kroaten durch, gegen den er in der Vorwoche beim Masters in Madrid noch in drei Sätzen verloren hatte.

          Zwei Spiele an einem Tag standen auch für zwei Superstars an. Der Schweizer Roger Federer schaltete bei seinem ersten Auftritt in Rom seit drei Jahren den Portugiesen Joao Sousa aus (6:4, 6:3) und kämpfte wenig später auch den Kroaten Borna Coric mit 2:6, 6:4, 7:6 (9:7) nieder.

          Der spanische Sandplatzkönig Rafael Nadal bekam es nach seinem 6:0, 6:1 gegen den Franzosen Jeremy Chardy noch mit Nikolos Basilaschwili zu tun und hatte abermals keine Mühe: Den Georgier schlug Nadal mit 6:1, 6:0. Überraschend ausgeschieden ist dagegen der Österreicher Dominic Thiem, der auch sein viertes Duell mit dem Spanier Fernando Verdasco verlor.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Start der siebzehnten Vogtland-Veteranenrallye.

          AKK und Maaßen in Sachsen : Er war schon vor ihr da

          Annegret Kramp-Karrenbauer macht im sächsischen Vogtland Wahlkampf. Auch Hans-Georg Maaßen war dort schon für die CDU unterwegs – und sorgte dafür, dass für den Bundestagsabgeordneten Heinz eine Welt zusammenbrach.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.