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Judo-Masters in Doha : Wie ein Tiger in Käfig

„Ich habe versucht, mich nicht nach den anderen zu richten“: Eduard Trippel (rechts, Bild von 2017) Bild: Picture-Alliance

Auch unter Corona-Bedingungen ist hochkarätiger Kampfsport möglich. Judoka Trippel setzt sich gegen stärkste Konkurrenz durch. Heimtrainer Esper ist begeistert – bemerkt aber auch eine Kuriosität.

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          So ähnlich wie ein Tiger im Käfig fühlte sich Judoka Eduard Trippel bei seinem Aufenthalt in Doha. „Du siehst die Skyline vom Hotelzimmer aus, aber darfst nicht raus“, bedauerte der Rüsselsheimer, der während des Judo-Masters in einer streng gehüteten Blase leben musste. Sightseeing war nicht möglich, und nicht mal Joggen vor dem Hotel. „Du darfst dich nicht bewegen“ für Sportler wie Trippel ein ungewohntes Gefühl. Die aus aller Welt angereisten Kämpfer wurden mehrfach auf Corona getestet, waren hermetisch abgeriegelt, hatten keinen Kontakt zur Außenwelt. „Etwas nervig“, aber so sind die Zeiten.

          Trippel hatte freilich Verständnis für die Hygiene-Maßnahmen. Wichtig war, dass das hochkarätige Turnier trotz der Corona-Pandemie überhaupt durchgeführt werden konnte. Vom Flughafen ging es in einem Transfer ins Hotel, von dort in die Sporthalle. Und zurück. Angst sich anzustecken hatte der Judo-Kämpfer nach eigenem Bekunden unter diesen Bedingungen nicht. Zumal auch alle Beteiligten rund um die Matten mehrfach auf Corona getestet wurden. Von Samstag bis Mittwoch weilte der Hesse in der Golf-Region die Konzentration auf das rein Sportliche war für ihn kein Problem.

          „Ich habe versucht, mich nicht nach den anderen zu richten“, sagte Trippel am Tag nach dem Masters, als er schon wieder in Frankfurt gelandet war, „sondern mein eigenes Judo zu kämpfen“. Und das ist dem 23-Jährigen vom JC Rüsselsheim außerordentlich gut gelungen. Obwohl ihm die Auslosung schwerstmögliche Gegner beschert hatte, erkämpfte Trippel in der 90-Kilo-Klasse den dritten Platz und somit den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere.

          Die Konzentration auf sich selbst ist im Internetzeitalter nicht so einfach, da Videos aller maßgeblichen Kämpfer stets abrufbereit nur einen Klick entfernt im weltweiten Netz parat stehen. Zur Analyse ein phantastisches Tool, wie auch Trippels Heimtrainer Andreas Esper sagt, der sich den Wettkampf zu Hause am Computer voller Begeisterung anschaute. Aber noch wichtiger ist es, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. „Du weißt, Du bist stark“, versetzte sich Esper in Trippels Gedankenwelt, nachdem diesem schon der erste Kampf gegen den Niederländer Jesper Smink vorzüglich gelungen war. Nach 66 Sekunden reckte er die Siegerfaust, und auch danach „hatten alle Aktionen Hand und Fuß.“

          Trippel bezwang unter anderem den Weltranglistenzweiten Ivan Felipe Silva Morales aus Kuba und den Grand-Slam-Sieger von Düsseldorf, Davlat Bobonov aus Usbekistan. Nur gegen den EM-Dritten Beka Gviniashvili aus Georgien musste sich der Rüsselsheimer geschlagen geben, wobei der Ausgang des Kampfes wegen einer herabgesetzten Wertung umstritten war. Europameister Michail Igolnikow konnte zum Kampf um Bronze verletzungsbedingt nicht antreten, doch Trippel hätte nach Espers Ansicht auch so gewonnen.

          Eine gewisse Kuriosität beim Ablauf der Wettkämpfe bemerkte der Rüsselsheimer Trainer bei Ansicht der Kampfvideos hinsichtlich des Umgangs mit der Pandemie: „Die Kämpfer 'kloppen' sich im Wettkampf vier Minuten lang auf der Matte, haben engsten Körperkontakt, und dann dürfen sie sich nach dem Kampf nicht mal die Hand geben.“

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