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Judo-EM : Ausgehoben und remotiviert

Kim Polling (weiß) hat Laura Vargas-Koch auf die Matte gelegt Bild: AFP

Die beiden Berliner Laura Vargas-Koch und Sven Maresch gewinnen bei der Judo-EM Silber und Bronze. Lospech hat der Wiesbadener Alexander Wieczerzak.

          „Ich schaue nicht auf meine Konkurrenten, ich schaue auf mich“, hatte der Wiesbadener Judoka Alexander Wieczerzak selbstbewusst vor den Europameisterschaften in Montpellier gesagt, wo er eine Medaille anpeilte. Doch möglicherweise war das die falsche Taktik, denn der 23-Jährige hatte gleich in seinem ersten Kampf in der Klasse bis 81 Kilogramm den denkbar schwersten Brocken erwischt. Das Los führte Wieczerzak, als aktuelle Nummer 26 der Weltrangliste nominell der zehntbeste Europäer im Feld, gegen den an Nummer 1 gesetzten Georgier Awtandil Tschrikischwili – schwerer hätte der Auftakt nicht ausfallen können. Wieczerzak gestaltete den Kampf zwar ausgeglichen, er ließ keinen punktreifen Griff oder Wurf seines Gegners zu. Allerdings gelang ihm selbst auch nichts Zählbares. So verlor der frühere Junioren-Weltmeister letztlich wegen einer Shido-Bestrafung den Kampf und schied aus.

          Sollte Wieczerzak nun doch auf die anderen achten, könnte er sich damit trösten, gegen den neuen Europameister verloren zu haben, denn Tschrikischwili wühlte sich am Freitag durch vier weitere Kämpfe und siegte im Finale gegen den Franzosen Loic Pietri mit einem Ippon. Der Berliner Sven Maresch holte ebenso wie der Ungar Szabolcs Krizsan Bronze.

          Insgesamt schon drei deutsche Medaillen

          Maresch sicherte sich seine erste Einzel-Medaille dank des „Golden Scores“ in der Verlängerung des kleinen Finales gegen den Griechen Roman Moustopoulos. „Das ist für mich ein kleiner Durchbruch“, sagte der Berliner, der in der Vorrunde mit drei Siegen seinen Pool gewonnen hatte, dann aber gegen Pietri das Halbfinale verloren hatte: „Danach musste ich mich für den Bronzemedaillenkampf remotivieren, und das hat geklappt.“

          Laura Vargas-Koch (in blau) im Finale ausgekontert: „Ich weiß, dass sie das macht“ Bilderstrecke

          Laura Vargas-Koch konnte in de Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm sogar über Silber jubeln. Die Berlinerin zeigte starke Leistungen bis zum Finale, doch gegen Titelverteidigerin Kim Polling aus den Niederlanden unterlag sie schon nach neun Sekunden - und das sehenden Auges: „Ich habe angegriffen, sie hat geblockt, mich ausgehoben und gekontert. Ich weiß, dass sie das macht, und ich muss mir für das nächste Mal etwas anderes gegen sie überlegen“, sagte Laura Vargas-Koch. Dennoch war sie zufrieden: „Diese Medaille gibt mir Schwung für die kommende Aufbauphase.“ Beim EM-Auftakt hatte am Donnerstag Miryam Roper schon Silber in der Klasse bis 57 Kilogramm gewonnen.

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