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Peinlicher Juan Carlos I. : Der Bourbone zieht Leine

  • -Aktualisiert am

Ein Mann des Meeres: Juan Carlos, hier 2003 in Valencia nicht auf Fortuna, segelt gerne. Bild: AFP

Er war stets ein großer Lobbyist seines Sports. Nun aber wird der ehemalige spanische König Juan Carlos I. zur größten royal-imperialen Peinlichkeit Olympias seit Kaiser Nero im Jahr 66.

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          Es gibt ein altes Foto von Juan Carlos I., über das man sich königlich amüsieren könnte, wäre die Lage des Bourbonen nicht so ernst. Darauf sitzt er blendend aussehend auf einem Segelboot namens Fortuna und hält in der linken Hand elegant eine brennende Zigarette. Ganz wie ein Vertreter der feinen olympischen Klasse.

          So wie sein Sohn und Thronfolger Felipe (Olympiateilnehmer im Segeln 1992), seine Tochter Cristina (Olympiateilnehmerin im Segeln 1988) und sein Schwiegersohn Iñaki Urdangarin (zwei olympische Bronzemedaillen im Handball 1996 und 2000/zu einer Haftstrafe verurteilt unter anderem wegen Betrugs). Im Jahr 1972 war Juan Carlos bei der olympischen Regatta vor Kiel am Start und belegte vornehm-zurückhaltend in der Drachen-Klasse Rang 15.

          In seinem Reich war er stets ein großer Lobbyist seines Sports. Nun aber musste er Leine ziehen und sein Land wegen Korruptionsermittlungen mit unbekanntem Ziel verlassen. Wir finden: Er wurde damit zur größten royal-imperialen Peinlichkeit Olympias seit dem Jahr 66, als Kaiser Nero sich zum Sieger im Wagenrennen ausrufen ließ, obwohl er aus seinem Gefährt gefallen war.

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