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Mailand-San Remo : Degenkolb gewinnt den Radklassiker

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„Ich kann das Gefühl nicht beschreiben“: John Degenkolb Bild: dpa

Nach sieben Stunden im Sattel schreibt John Degenkolb Geschichte. Er gewinnt den Radklassiker Mailand-San Remo – als vierter Deutscher. Ein Landsmann hat nicht so viel Glück und stürzt kurz vor dem Ziel.

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          John Degenkolb war nach fast sieben Stunden im Sattel am Ziel seiner Träume: Der 26 Jahre alte Radprofi aus Frankfurt gewann am Sonntag die 106. Auflage des ersten und längsten Frühjahrs-Klassikers Mailand-Sanremo. „Bähm“, lautete sein Facebook-Eintrag unter seinem Jubelfoto. Degenkolb siegte als vierter deutscher Profi in San Remo nach Rudi Altig, Erik Zabel und Gerald Ciolek, der vor zwei Jahren triumphierte.

          Nach 293 Kilometern war der Profi aus dem deutschen Giant-Alpecin-Team in einem fehlerlosen Sprint einer etwa 30 Fahrer starken Gruppe vor dem Vorjahressieger Alexander Kristoff aus Norwegen und dem Australier Michael Matthews der Schnellste. „Im Vorjahr hatte ich Tränen in den Augen, als ich am Poggio einen Defekt hatte, heute weine ich vor Freude“, sagte Degenkolb.



          Vor dem Rennen hatte Degenkolb einen Erfolg bei der „Primavera“ über einen Tour-Etappensieg gestellt. Nun war er bei strahlendem Sonnenschein überwältigt: „50 Meter vor dem Ziel wusste ich nicht, ob ich Kristoff noch erreiche. Als ich dann als erster die Ziellinie passierte, war es pure Emotion. An viel mehr aus den letzten zwei Kilometern kann ich mich nicht erinnern. So viele große Namen haben hier auf der Via Roma gewonnen und nun habe auch ich es geschafft“.

          Degenkolb hatte sich beim letzten entscheidenden Anstieg auf den 162 Meter hohen Poggio immer vorne gehalten und nahm die letzten drei Kilometer Richtung Ziel im Vorderfeld einer etwa 30 Fahrer starken Gruppe auf. Im Schlussspurt wartete er auf den entscheidenden Moment und griff genau zum richtigen Zeitpunkt an.

          „Er hat alles richtig gemacht, ein perfektes Rennen“, lobte sein Manager Jörg Werner. „Als wir bei der Vorbereitung bei Paris-Nizza ohne Etappensieg blieben, haben wir nicht die Nerven verloren und weiter gearbeitet - und heute den Lohn kassiert“, sagte Degenkolb weiter.

          „Das Finale war sehr hektisch. Ich habe den richtigen Moment erwischt, um kurz vor dem Ziel loszufahren und das Rennen zu gewinnen. Letztes Jahr war das hier vielleicht die größte Enttäuschung meiner Karriere. Umso schöner ist es, hier heute zu gewinnen“, sagte Degenkolb weiter. Zum ersten Mal hatte der gebürtige Geraer in San Remo 2012 aufhorchen lassen, als er Fünfter geworden war und höchstes Lob vom vierfachen Sieger Zabel erhalten hatte.

          Im Rennfinale der letzten 30 Kilometer hatte es zahlreiche Stürze gegeben, denen auch die beiden deutschen Profis Paul Voss und Gerald Ciolek zum Opfer fielen, genau wie Weltmeister Michal Kwiatkowski aus Polen. Ciolek stürzte bei der Abfahrt vom Poggio di Sanremo 3,5 Kilometer vor dem Ziel und warf sein demoliertes Rad wutentbrannt zu Boden.

          Lange hatten elf Ausreißer das Rennen, das anfangs unter widrigen Bedingungen mit Regen und kühler Witterung litt, bestimmt. Aber 25 Kilometer vor dem Ziel waren deren Kräfte aufgebraucht und das Rennen begann von neuem. Für Degenkolb, im Vorjahr Sieger bei Gent-Wevelgem, geht es jetzt in Harelbeeke weiter. Danach startet er bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Dann macht er bis zum Rennen in Frankfurt am 1. Mai Pause.

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