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Jockey nach Koma : „Ich kenne Herrn Minarik nicht“

„Ivanhowe hat mir die Nervosität genommen. Wenn ich auf ihm saß, war ich so cool wie ever“, sagt Minarik. Hier beim Großen Preis von Baden im Jahr 2014. Bild: dpa

Filip Minarik ist ein erfolgreicher Jockey – bis er stürzt. Nach einem Monat im Koma sucht er seine Erinnerung und fragt sich: Wer bin ich?

          6 Min.

          Pferde, dicht an dicht. Ivanhowes Galoppsprünge verlängern sich. Der Hengst schiebt sich an der Außenseite an einem anderen vorbei. Filip Minarik steht in den Bügeln, in der rechten Hand die Zügel, den linken Arm streckt er in den Himmel. Geballte Fäuste, Arme in den Himmel, Glück. Es ist 2014, er hat  gerade den Großen Preis von Baden gewonnen. „Jetzt bebt Iffezheim, bei diesem Jockey“, ruft der Kommentator. Als Minarik durch die Zuschauermenge reitet,  breitet er die Arme aus. Sein Kopf fällt in den Nacken. Noch heute schaut er sich das Video an. Wenn er den Ritt sieht, dann wisse er, wer er war: „Der glücklichste Mensch der Welt.“

          Stefanie Sippel
          Sportredakteurin.

          Pferde waren immer um ihn. Minarik kann nicht genau beschreiben, wie das ist, auf einem Pferd zu sitzen. Manchmal wusste er gar nicht, wo Filip Minarik aufhört und wo das Pferd anfängt. Er wurde zwanzig Geh-Minuten entfernt von der Rennbahn in Prag geboren. Sein Vater war Jockey, Minarik wurde Jockey. Bevor er laufen konnte, saß er auf einem Pferd. Mit fünf galoppierte er das erste Mal. Minarik sagt, er habe immer Jockey werden wollen, aber auch nichts anderes gesehen.

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