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Jan Ullrichs Karriere : 24 Jahre im Auf und Ab

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Sein größter Sieg: Gewinner der Tour de France 1997 Bild: AP

Sein erstes Rennen fuhr er auf einem geliehenen Rad. Später gewann er die Tour de France, wurde Olympiasieger und Weltmeister. Aber er rammte auch betrunken mit dem Porsche einen Radständer, wurde gesperrt, war verletzt oder zu dick. Eine Karriere wie eine Bergetappe.

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          1983: In Turnschuhen und auf einem geliehenen Rad absolviert der neunjährige Jan Ullrich sein erstes Rennen für Dynamo Rostock.

          1985: Erster Sieg bei einem Radrennen in Warnemünde.

          1988: DDR-Jugendmeister auf der Straße.

          1992: Übersiedlung nach Hamburg in die Wohngemeinschaft seines jetzigen Managers Wolfgang Strohband.

          1993: Straßen-Weltmeister der Amateure
          1993: Straßen-Weltmeister der Amateure : Bild: dpa

          1993: Ullrich wird in Oslo mit 20 Jahren jüngster Amateur-Straßen-Weltmeister.

          1995: Erster Profi-Vertrag mit dem Team Telekom.

          1996: Bei seinem Tour-de-France-Debüt wird Ullrich auf Anhieb hinter seinem Kapitän Bjarne Riis (Dänemark) Zweiter.

          1997: Ullrich wird erster deutscher Tour-Sieger und zum „Sportler des Jahres“ gewählt.

          1998: Ullrich wird Tour-Zweiter hinter dem Italiener Marco Pantani. In seinem Wohnort Merdingen wird eine Straße nach ihm benannt.

          1999: Nach einem Sturz bei der Deutschland-Tour muss Ullrich zum ersten Mal seinen Tour-Start absagen. Im Herbst gewinnt er die Spanien-Rundfahrt und wird zum ersten Mal Zeitfahr-Weltmeister.

          2000: Ullrich wird in Sydney Olympiasieger im Straßenrennen und holt Silber im Zeitfahren. Zuvor war er Tour-Zweiter hinter Lance Armstrong. Im August ist er für kurze Zeit als erster Deutscher Weltranglisten-Erster.

          2001: Bei der Tour muss sich Ullrich erneut Armstrong beugen - er belegt zum vierten Mal den zweiten Platz. Im Oktober wird er in Lissabon zum zweiten Mal Zeitfahr-Weltmeister.

          2002: Knie-Probleme zwingen ihn zur Tour-Absage. Am 1. Mai begeht er unter Alkoholeinfluss Fahrerflucht in seinem Porsche, nachdem er in Freiburg einen Fahrradständer umgefahren hatte. In der Rehabilitation nach seiner Knie-Operation wird er am 12. Juni positiv auf Amphetamin getestet. Er wird wegen „Medikamenten-Missbrauchs“ sechs Monate gesperrt, das Team Telekom kündigt seinen Vertrag.

          2003: Nach Ablauf seiner Dopingsperre fährt Ullrich für das Team Coast. Am 21. April gewinnt er „Rund um Köln“. Im Mai wird sein Team vom Weltverband UCI wegen Zahlungs-Problemen gesperrt. Ullrich unterschreibt bei Bianchi. Bei der Tour wird Ullrich, der zum ersten Mal Vater wurde, zum fünften Mal Zweiter - nur 61 Sekunden hinter Armstrong. Er verlässt Bianchi und schließt sich wieder den Bonnern, inzwischen T-Mobile, an.

          2004: Ullrich gewinnt in der unmittelbaren Tour-Vorbereitung zum ersten Mal die Tour de Suisse. Bei der Tour kommt er als Vierter zum ersten Mal nicht auf das Podium in Paris.

          2005: Im Dezember 2004 erkrankt er an einer Lungenentzündung. Ein schwerer Infekt im Februar zwingt ihn, den Saisonstart zu verlegen. Der Sieg beim Zeitfahren der Tour de Suisse ist sein erster Saisonsieg. In Frankreich reicht es zu Platz drei in Paris.

          2006: Knieprobleme verzögern seinen Saisoneinstieg. Beim Giro d'Italia gewinnt er zwar ein Zeitfahren, muss aber mit Rückenproblemen aufgeben. Er gewinnt die Tour de Suisse zum zweiten Mal.

          Am Tag vor dem Tour-Prolog werden Ullrich, Teamkollege Oscar Sevilla und Betreuer Rudy Pevenage am 30. Juni vom T-Mobile-Team wegen Doping-Verdachts suspendiert. Ullrich leugnet jede Schuld. Am 21. Juli erhält er die fristlose Kündigung. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt wegen Betrugs-Verdachtes, die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen Falschaussage. An seinem Wohnort droht ein Sportgerichts-Verfahren des Schweizer Radsport-Verbandes.

          2007: Am 26. Februar erklärt Ullrich in Hamburg seinen Rücktritt vom aktiven Radsport. Er will künftig als „Berater, Werbeträger und Repräsentant“ für das zweitklassige Team Volksbank aus Österreich tätig sein.

          Am 3. April werden die bei der „Operacion Puerto“ in Spanien gefundene Blutkonserven „zweifelsfrei“ Ullrich zugeordnet. Die Blutkonserven belegen laut Aussage des ermittelnden Staatsanwaltes Friedrich Apostel, dass ein Kontakt zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes bestanden habe.

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