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Jan Ullrich : Doping-Geständnis und Millionen-Zahlung?

  • Aktualisiert am

Ullrich 2006 bei der Präsentation des T-Mobile-Teams Bild: AP

Nach Medien-Informationen aus der Schweiz soll Jan Ullrich mit der Bonner Staatsanwaltschaft einen Vergleich erzielt haben. Der des Doping verdächtige ehemalige Radprofi soll der Übergabe von persönlichen Dokumenten zugestimmt haben.

          Jan Ullrich soll mit der Staatsanwaltschaft Bonn, die wegen seiner möglichen Verwicklung in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gegen ihn ermittelt, einen Vergleich erzielt haben. Das berichtet das „St. Gallener Tagblatt“ am Samstag und beruft sich dabei auf Hans-Ruedi Graf, den leitenden Staatsanwalt des Kantons Thurgau.

          Im Zuge eines Vergleichs habe der Tour-Sieger von 1997 auch der Herausgabe der Unterlagen aus der Hausdurchsuchung in Ullrichs Villa am 13. September 2006 zugestimmt. Der Schweizer Anwalt von Ullrich habe zu Graf gesagt, dass sein Mandant eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft in Bonn getroffen habe und der Herausgabe des Materials nichts mehr im Wege stehe. In der kommenden Woche sollen die Unterlagen nach Bonn gehen. Wie der Vergleich aussieht, ist noch nicht bekannt.

          Zweifelsfrei Ullrich zugewiesen

          Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass die Staatsanwaltschaft in Bonn einem Vergleich zustimmen würde, wenn Ullrich seine Verwicklung in den Dopingskandal eingestehe und eine Million Euro zahlt. Der Wahl-Schweizer hatte bislang stets behauptet, nie gedopt zu haben.

          Die Staatsanwaltschaft Bonn hatte die Ermittlungen aufgenommen, nachdem die Bielefelder Rechtsprofessorin Britta Bannenberg Strafanzeige gegen Ullrich wegen „Täuschung und Betruges zum Nachteil des Arbeitgebers“ gestellt hatte. In den bisherigen Ermittlungen hatte die Bonner Staatsanwaltschaft mittels DNA-Abgleich die beim spanischen Dopingarzt Fuentes gelagerten Blutbeutel zweifelsfrei Ullrich zugewiesen. Auch hatte die Durchsicht der Bankunterlagen ergeben, dass Ullrich Anfang 2004 an Fuentes 25.000 Euro überwiesen hatte. Ein deutlich höherer Betrag wurde Anfang 2006 von Ullrichs Konto an die selbe Bank in Madrid gezahlt – allerdings ohne Empfänger-Angabe.

          Die Bonner Staatsanwaltschaft soll das komplette Material aus der Hausdurchsuchung erhalten, mit Ausnahme eines Ordners, den Graf auf Wunsch von Ullrich zurückgehalten und ihm bereits übergeben hat. Vernichtet wird außerdem eine DNA-Probe von Ullrich, da dieser zwischenzeitlich eine in Deutschland abgegeben hat.

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