https://www.faz.net/-gtl-acqyk

Überraschung gegen Medwedew : Struff lost schlecht und spielt gut

Anerkennung von einem der Besten: Daniil Medwedew (links) gratuliert Jan-Lennard Struff. Bild: EPA

Jan-Lennard Struff schlägt beim Rasen-Klassiker in Halle/Westfalen den topgesetzten Russen Daniil Medwedew. Auch Zverev und Kohlschreiber kommen eine Runde weiter.

          1 Min.

          Vor ein paar Tagen spielte Jan-Lennard Struff beim Rasentennisturnier in Halle eine Art Glücksfee. Für den einen oder anderen Spieler mehr, für sich selbst eher weniger. Als der deutsche Tennisprofi nämlich das Hauptfeld auslosen durfte und alle darauf warteten, wer es in der ersten Runde mit dem topgesetzten Russen Daniil Medwedew zu tun bekäme, griff Struff unwissentlich zur Nummer 13. Hinter der Zahl, das wusste im Moment nur der Warsteiner, verbarg sich niemand anderes als er selbst. Anfangs habe er sich geärgert, sagte der 31-Jährige am Dienstagnachmittag, als er schon wieder ziemlich zufrieden war.

          Thomas Klemm
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          7:6 (8:6), 6:3 hatte er Medwedew bezwungen, es war sein erster Sieg im vierten Aufeinandertreffen. „Ich habe sehr gut serviert und bin immer drangeblieben“, sagte Struff, der im ersten Durchgang einen 3:5-Rückstand aufholte und einen Satzball abwehrte. Medwedew, der in der vergangenen Woche im Viertelfinale von Paris gegen Stefanos Tsitsipas verloren hatte, zeigte sich während des 94-minütigen Matches zunehmend gereizter. „Ich habe ihm gezeigt, dass ich da bin“, sagte der Deutsche.

          Struffs Coup gegen den Weltranglistenzweiten war nicht der einzige Erfolg eines deutschen Spielers auf deutschem Rasen. Seinem Davis-Cup-Kollegen Alexander Zverev hatte er bei der Auslosung ein deutsches Duell mit Dominik Koepfer beschert. Der Hamburger, der nach seinem gegen Stefanos Tsitsipas verlorenen French-Open-Halbfinale nur zwei Trainingseinheiten aus Rasen absolvieren konnte, tat sich mit der Umstellung schwer, bezwang Koepfer letztlich aber 6:4, 3:6 und 6:3. „Man braucht Zeit für den Rhythmus, für die Beinarbeit und um zu sehen, wie schnell der Ball nach dem Absprung auf dich zukommt“, sagte der Weltranglistensechste.

          Auch Philipp Kohlschreiber erreichte nach einem 6:4 und 6:3 gegen den österreichischen Qualifikanten Jurij Rodionov das Achtelfinale des mit 1,45 Millionen Euro dotierten Turniers. Seine beiden Matchgewinne von Roland Garros hätten ihm Kraft und Selbstvertrauen gegeben. „Das Wichtigste auf dem Rasen ist, dass man mit breiter Brust aufläuft“, sagte der 37-jährige Augsburger, der nun auf den Franzosen Corentin Moutet trifft.

          Struff dagegen bekommt es an diesem Mittwoch als Nächstes mit dem amerikanischen Qualifikanten Marcos Giron zu tun. Und sollte alles nach seinen Vorstellungen laufen, trifft er danach im Viertelfinale auf den zehnmaligen Turniersieger Roger Federer. „Es wäre ein Traum, dieses Match spielen zu können.“ So hätte Struffs selbstverantwortetes Lospech doch noch sein Gutes.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ellbogencheck: Boris Johnson und Angela Merkel im Juli dieses Jahres.

          Briten zur Bundestagswahl : Da herrscht das Chaos

          In Großbritannien blickt die Presse nicht allzu hoffnungsfroh auf die Bundestagswahl. Das hat viel mit dem kritisch betrachteten Erbe von Angela Merkel zu tun.
          Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld. Doch immer mehr junge Menschen legen ihr Geld in Aktien an.

          Deutsche und ihr Vermögen : Der lange Abschied vom Sparkonto

          Das Geldvermögen der Deutschen ist groß wie nie. Die Sparer haben ihr Geld aber über die Jahre umgeschichtet. Vor allem bei Jüngeren gibt es einen bemerkenswerten Effekt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.