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Triathlon-Duell im Allgäu : Frodenos nächste spektakuläre Idee

Jan Frodeno will es am 18. Juli wissen im Duell mit Lionel Sanders. Bild: Plan A

Als die Corona-Pandemie die Welt lahmlegte, startete Jan Frodeno einen Triathlon im eigenen Haus. Nun stellt er seinen neuen Coup vor: Das Projekt „Tri Battle Royale“ könnte ein Spektakel werden.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Vor ein paar Tagen hatten sich die Triathlon-Stars Jan Frodeno und Lionel Sanders in den Sozialen Medien noch ein vergleichsweise harmloses Duell geliefert. Es ging darum, wer den besseren Espresso macht. Die Entscheidung fiel zugunsten von Frodeno aus, was keine Überraschung war, denn Frodeno betreibt in seiner Wahlheimat Girona in Katalonien nicht nur ein trendiges Café, sondern vertreibt unter dem Label Frodissimo auch hochwertigen Kaffee.

          Auch materialtechnisch war er Sanders im Espressobrauen überlegen. Für den Gegenwert der Maschine, mit der er in seinem Café die Espressozubereitung zelebriert, eine italienische Schönheit namens la Marzocco GS3, ließe sich problemlos auch eine erstklassige Zeitfahrmaschine finanzieren. Der Kanadier Sanders musste sich geschlagen geben, wobei sein Video in der Humor-B-Note schließlich doch vorne lag.

          Mit Spaß wird das nächste Duell der beiden wenig zu tun haben. Frodeno hat am Freitag ein Projekt vorgestellt, das er „Tri Battle Royale“ nennt und das für ein veritables Spektakel sorgen könnte. Er kündigte ein Duell mit Sanders an. Ein Duell über die klassische Langdistanz. Eins gegen eins. Nur sie beide am 18. Juli auf einer abgesperrten und exakt vermessenen Strecke im Allgäu.

          Ein Triathlon im eigenen Haus

          Um spektakuläre Ideen ist Jan Frodeno nie verlegen. Daran hat auch Corona nichts geändert. Als das Virus den internationalen Wettkampfkalender im Frühjahr lahmlegte, hat der Triathlon-Olympiasieger und dreimalige Hawaii-Champion einen Ironman in sein Haus in Girona in Katalonien verlegt. Mitten im Lockdown schwamm er in einer Gegenstromanlage 3,8 Kilometer auf der Stelle, radelte auf dem Ergometer 180 Kilometer und rannte zum Abschluss einen Marathon auf dem Laufband.

          Die Aktion streamte er im Internet, er chattete mit Boris Becker, Andrea Petkovic, Fabian Cancellara und vielen anderen. Über die Online-Plattform Zwift konnte man ihn via Laptop auf dem Rad oder beim Laufen begleiten. Neun Stunden ohne Leerlauf, die am Ende eine Viertelmillion Euro an Spenden einbrachten. Mit dem Geld unterstützte Frodeno Kliniken und soziale Projekte in Girona.

          Nun also der nächste Coup. Ein Ironman für zwei. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Showkampf, wird sich auf der Strecke als ernste Angelegenheit herausstellen. Frodeno wird, wie es seine Art ist, in der Vorbereitung nichts dem Zufall überlassen. Und Sanders? Nun ja, Sanders ist Sanders. Ein Athlet, der nur 100 Prozent kann. Mit weniger Einsatz und Kampfkraft hat man ihn im Training und im Wettkampf noch nie gesehen.

          Seine manische Liebe zum Ausdauersport, zum Triathlon, hatte er über Jahre dokumentiert, als er im Prinzip sein Haus nur für Rennen verließ. Ansonsten trainierte er indoor. Schwimmen in einer Gegenstromanlage im Keller, Radfahren auf dem Ergometer, Laufen auf dem Band. Als verschrobener Sport-Mönch und dennoch lustig-charimatischer Typ kämpfte er sich in die Herzen der Triathlonfans.

          Lionel Sanders (links) und Jan Frodeno werden sich im Allgäu im Duell Triathlet gegen Triathlet messen.
          Lionel Sanders (links) und Jan Frodeno werden sich im Allgäu im Duell Triathlet gegen Triathlet messen. : Bild: Plan A

          Legendär war über Jahre sein Laufstil, ein Art Tempo-Humpeln, bei dem man immer den Eindruck hatte, der arme Mann bräuchte mal dringend eine neue Hüfte oder etwas in der Art. Mit den Jahren ist Sanders umweltfreundlicher geworden, er trainiert auch mal draußen, sein Laufstil hat sich verfeinert, geblieben ist sein unbändiger Kampfgeist. Auf dem Rad schon immer ein Trittmonster, ist er im Laufen vorangekommen. Nur das Schwimmen bleibt als Schwäche auf höchstem Ironman-Niveau.

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