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Frodeno über Ironman-Sieg : „Das ist mein Übertag, von dem ich geträumt habe“

  • -Aktualisiert am

Endlich am Ziel seiner Träume: Jan Frodeno nach dem „perfekten Rennen“ beim Ironman auf Hawaii 2019 Bild: dpa

Zum dritten Mal gewann Jan Frodeno 2019 den Ironman auf Hawaii. Dabei glückte ihm das perfekte Rennen. Nun erinnert er sich an den Moment, als ihm das klarwurde. Und er verrät, wie es für ihn weitergeht.

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          Ein Ironman führt über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Mein Moment auf Hawaii, mein Moment der Ironman-Weltmeisterschaft in diesem Jahr, kam beim Marathon bei Kilometer 28, als ich gemerkt habe – bei allem Respekt und aller Vorsicht –, dass dies der Übertag ist, von dem ich so lange geträumt habe, das perfekte Rennen. Gleichzeitig war dies der Beginn der Rennphase, in der es allmählich schwer wird. Ich habe mich einerseits nach dem Ende gesehnt, war mir in diesem Moment aber auch bewusst, dass diese eine Stunde, die jetzt, 14 Kilometer vor dem Ziel, noch vor mir liegt, genießen sollte, denn vielleicht kommt so etwas nicht mehr wieder. Ich lief zu meinem dritten Sieg auf Hawaii. Es war mein Moment, der Moment meiner Karriere – trotz des Olympiasieges 2008, trotz der zwei Siege auf Hawaii zuvor.

          Ich habe auf einen solchen Tag lange hingearbeitet und hingefiebert, 18 Jahre lang, seit dem Beginn meiner Karriere als Triathlet. Es war eine Euphorie, eine Leichtigkeit im Kopf, und trotz der Schwere und Härte der letzten Kilometer lief ich mit einem Lächeln.

          Beim Ironman kann auf der Marathonstrecke bei jedem Schritt etwas passieren, vielleicht kann man da sogar von einer subtilen Angst reden, die immer mitläuft. Es gibt ja dieses Sprichwort: „Du bist nur so gut wie dein letzter Auftritt“, und mein letzter Auftritt auf Hawaii zwei Jahre vorher war ja katastrophal gewesen mit der Rückenblockade unterwegs, das schwingt natürlich im Hintergrund immer noch mit. Man weiß nicht zu hundert Prozent, dass es funktionieren wird, man kann sich nie vollkommen sicher sein, und das macht natürlich auch ein Stück weit den Reiz aus. Man muss auf der Strecke alles mit sich selbst ausbaden. Von außen sieht das vielleicht ganz easy aus, so tralala, aber so ist es nicht, auch nicht an einem perfekten Tag.

          Wie lange kann man einen solchen Moment, ein solches Rennen genießen? Nun, ich mache das jetzt schon seit vielen Jahren, und da ist es so, dass nach relativ kurzer Zeit wieder die Realität einkehrt, so auch diesmal. Es ist alles wunderbar und wunderschön, aber es geht dann auch weiter. Für die Zukunft bedeutet ein solcher Moment für mich keine persönliche Veränderung, keine Selbstzufriedenheit. Die Neugier ist noch immer da. Im neuen Jahr steht wieder viel an, große Rennen, große Kämpfe, natürlich auch Hawaii, und ich freue mich richtig darauf. Die Reise geht weiter.

          Aufgezeichnet von Michael Eder.

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