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Ironman : Traum und Albtraum auf Hawaii

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Auch Daniela Sämmler ist mit ihrem 23. Platz nach dem Radfahren nicht zufrieden. Es ist ihre siebte Langstrecke, aber sie merkt bald, hier auf Hawaii ist alles anders: härter, schneller, heißer. „Was das Rennen so hart macht“, sagt sie, „ist die Konkurrenz.“ Alle Stars sind am Start, für alle ist es der Höhepunkt der Saison. Die erste Disziplin ist noch okay, Daniela Sämmler ist eine gute Schwimmerin, damit hat sie keine Probleme, doch auf dem Rad merkt sie schon auf den ersten Kilometern, es wird extrem schnell gefahren. „Das waren Wattwerte wie bei der Mitteldistanz. Ich bin die ersten dreißig Minuten mitgefahren, aber dann habe ich gedacht, das kann ich nicht durchhalten, und habe mich entschieden, mein eigenes Tempo zu fahren.“ Die zweiten 90 Rad-Kilometer nach dem Wendepunkt in Hawi fallen ihr schwer, die Hitze, der Wind, aber noch ist alles im grünen Bereich. Nach 180 Kilometern steigt die Darmstädterin vom Rad und geht auf die Laufstrecke. Auf den ersten Kilometern läuft sie auf Platz 18 vor.

Lange lief selbst bei der Verpflegung volles Tempo

Patrick Lange ist schon viel weiter. Er stürmt an seinen Konkurrenten vorbei, einen nach dem anderen sammelt er ein, selbst an den Verpflegungsstationen läuft er volles Tempo, greift im Vorbeifliegen Becher und Schwämme, Ess- und Trinkbares. Er läuft der Spitze entgegen, wo Jan Frodeno und Sebastian Kienle, die beiden Deutschen, die am Ende Erster und Zweiter werden, Minute um Minute auf den Newcomer aus Darmstadt verlieren.

In Texas hatte Lange beim Laufen noch Zeit verschenkt, als er den Zieleinlauf als Sieger genoss und die Zuschauer abklatschte. Seine Laufzeit damals: 2:40,01 Stunden. Fehlten zwei Sekunden, um unter die magische Grenze von 2:40 Stunden zu kommen. Das sollte ihm diesmal nicht passieren. Er ließ nicht nach. Er wusste nicht, dass er in Rekordzeit unterwegs war, er wusste nur, dass er schnell war, sehr schnell, deshalb wollte er diesmal keine einzige Sekunde vergeuden. Es sollte sich lohnen. Mit seiner Laufzeit von 2:39:45 Stunden unterbot er den 27 Jahre alten Streckenrekord des legendären Mark Allen um 19 Sekunden.

Im Ziel jubelte Lange (rechts) mit Sieger Jan Frodeno (Mitte) und dem Zweitplazierten Sebastian Kienle

Daniela Sämmler muss nach Kilometer zwanzig erstmals gehen. Sie kann nichts mehr zu sich nehmen. Keine Verpflegung, aber der Weg ist noch so weit, so weit. Schmerzen im Bauch, die immer stärker werden. Dann geht es vom Highway rechts ab zum Energy Lab, gefürchtete fünf Kilometer hin und gefürchtete fünf Kilometer zurück. Nur die Athleten dürfen in diese Zone, keine Zuschauer, keine Trainer, keine Freunde. Hier beginnt die Einsamkeit des Triathleten. Daniela Sämmler läuft wieder ein Stück, bis zum Wendepunkt, aber von da an geht sie nur noch, wankt, mehr als zwölf Kilometer lang. Die Schmerzen werden immer stärker. Ihre Schwester, ihr fünfjähriger Sohn, ihre Freundin, ihr Freund, ihr Trainer, sie alle müssen lange warten, bis sie aus dem Energy Lab zurückkommt. Was nun? Aufhören? „Ich habe keine Sekunde ans Aufgeben gedacht, keine Sekunde daran, dass ich womöglich meine Gesundheit aufs Spiel setze. Ich war im Rennen noch nie in der Situation, so sehr die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren, darauf war ich nicht vorbereitet. Man denkt, der worst case, das ist ein Platten am Rad, aber was macht man, wenn es einem richtig dreckig geht?“

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