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Ironman Germany : Brede muss passen, Vytrisal träumt von Platz fünf

Profi-Triathlet Frank Vytrisal will in Frankfurt in die Spitzengruppe laufen, radeln und schwimmen Bild: dpa

Die Vorjahreszweite des Ironman Germany, Andrea Bred, hat verletzungsbedingt abgesagt. Seit fünf Wochen hat sie Schmerzen in der Hüfte. Viele andere fühlen sich indes fit: Gut 2300 Sportler gehen an den Start. Und es liegen schon 2000 Anmeldungen für das Rennen 2009 vor.

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          Welch ein Finish damals. Nicole Leder und Andrea Brede haben sich beim Ironman Germany in die Herzen der Triathlonfans gelaufen. Doch ein nochmaliges Sprintduell vor historischer Römerkulisse wird es 2008 nicht geben. Am späten Donnerstagabend hat Andrea Brede dem Frankfurter Ironman-Präsidenten Kurt Denk ihre Startabsage mitgeteilt. Der Grund: Seit fünf Wochen schon klagt die Vorjahreszweite über Schmerzen an der Hüfte und im Becken. „Sie ist ziemlich deprimiert“, sagte Denk am Freitag. „Sie hat alles versucht, doch sie konnte in den letzten drei Wochen überhaupt nicht trainieren.“ Nicole Leder, die famose Europameisterin und Titelverteidigerin aus Darmstadt, ist wegen der Absage der 31 Jahre alten Goslarerin Andrea Brede damit aber nicht automatisch erste Sieganwärterin. Die Engländerin Chrissie Wellington kommt nach dem überraschenden Triumph auf Hawaii schließlich als Weltmeisterin nach Frankfurt, wo am 6. Juli das nach dem Klassiker im Pazifik bedeutsamste Langstreckenrennen der Welt stattfindet.

          Doch nicht nur Andrea Brede muss am ersten Juli-Sonntag passen. Auch Roland Koch, vom ersten Startschuss an ein erwiesener Freund des Ausdauerdreikampfs, wird fehlen. „Er hat sich persönlich bei mir entschuldigt“, sagt Kurt Denk. „Er ist im Urlaub auf Mallorca.“ Koch, geschäftsführender Ministerpräsident Hessens, war stets die Ehre zuteil geworden, früh morgens beim Schwimmen im Langener Waldsee den Startschuss zu geben. Weil die Frankfurter Macher des Ironmanrennens den Profis eine besondere Bühne bieten wollen, wird es zwei getrennte Starts geben.

          Frühmorgens in den Achtstundentag

          Schon um 6.45 Uhr werden die Berufsathleten – unter ihnen der australische Hawaii-Champion und große Favorit Chris McCormack – in ihren verlängerten Achtstundentag geschickt, eine Viertelstunde später folgt die breite Masse der insgesamt 2295 Unentwegten, die sich der strapaziösen Herausforderung stellen, 3,8 Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometer Rad zu fahren und 42,195 Kilometer zu laufen. Karl-Heinz Körbel, der „treue Charly“ der Frankfurter Eintracht, wird um sieben Uhr den Startschuss geben und das Gros der Eisenmänner und Eisenfrauen auf die Reise schicken.

          Dass der Ironman Germany seit Jahren boomt, ist bekannt. So waren im Vorjahr binnen zwölf Stunden alle Startplätze für das Rennen 2008 vergeben. Und auch diesmal kennt die Begeisterung kaum Grenzen. 2000 Athleten haben sich per Internet schon jetzt ihre Startberechtigung für den 5. Juli 2009 gesichert. Aus guten Gründen hat das Organisationsteam weiteren Bewerbern bislang einen elektronischen Riegel vorgeschoben. „Wir wollen ermöglichen, dass sich nach dem Rennen am Montag auch noch 500 Interessenten für 2009 anmelden können“, sagt Kurt Denk. Und damit auch ganz Unentschlossene noch eine Chance bekommen, werden am 15. Januar 2009 weitere 100 Startplätze freigeschaltet.

          Achtzig Kilometer je Woche gelaufen

          Dass Timo Bracht mit der Startnummer 1 in das Rennen am 6. Juli geht, ist kein Geheimnis. Der Eberbacher ist schließlich Titelverteidiger des Europameisterschaftsrennens, doch auch auf den Mann mit der Nummer 3 sollte man achten. Der 41 Jahre alte Darmstädter Frank Vytrisal ist so etwas wie ein stiller Star im Feld lauter funkelnder Sterne. Der Berufsschullehrer ist in den beiden Vorjahren jeweils sensationell Dritter geworden. 2008 wird für Vytrisal ein besonderes Rennen sein, denn dank der Freistellung von der Schule und der Unterstützung durch Sponsoren will er diesmal als Vollprofi zeigen, ob er den deutschen Hawaii-Siegern Normann Stadler (Startnummer 13) und Faris Al-Sultan (5) abermals zumindest ebenbürtig ist.

          Die Form jedenfalls scheint zu stimmen. In der Vorbereitung auf Frankfurt ist der Darmstädter wöchentlich zwischen zehn und fünfzehn Kilometer geschwommen, ist zwischen 500 und 600 Kilometer Rad gefahren und sechzig bis achtzig Kilometer gelaufen. Weil die Konkurrenz gerade in diesem Jahr extrem groß ist – neben McCormack, Bracht, Stadler und Al-Sultan zählen auch Michael Göhner, Jan Raphael, Cameron Brown sowie die spanischen Llanos-Brüder Hektor und Eneko zum erweiterten Elitekreis –, gibt sich Vytrisal realistisch: „Platz fünf wäre ein Traum.“

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