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Deutschlands Top-Triathlet : Frodeno sagt Start auf Hawaii ab

  • -Aktualisiert am

Triathlet Jan Frodeno auf Hawaii im Oktober 2019 Bild: AFP

Jan Frodeno hat schon wieder Pech und musste sich an der Hüfte operieren lassen. Der Triathlon-Star kann seine „Kona-Träume“ nicht verwirklichen – und kündigt an: ewig wird er nicht mehr weitermachen.

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          Jan Frodeno wird am 8. Oktober nicht beim Ironman Hawaii starten. Der 40 Jahre alte Triathlon-Olympiasieger und dreimalige Sieger des Ironman Hawaii hat sich einer Operation an der Hüfte unterziehen müssen und gab am Freitagabend seinen Verzicht auf einen Start in Kona bekannt. Seine Verletzung hatte er sich bei bei einem Radsturz vor einigen Wochen zugezogen. Die Beschwerden waren zunächst überschaubar, doch schließlich machte eine Gewebeentzündung eine Operation unabwendbar. Damit war Frodenos Traum von einer Titelverteidigung als Hawaii-Champion zu Ende.

          Gleichzeitig mit seinem Verzicht auf einen Start in Kona verkündete Frodeno, dass er seine Karriere erst einmal fortsetzen werde, um im nächsten Jahr in Kona um die Krone im Ironman-Triathlon zu kämpfen. Die nächsten vierzehn Monate seien aber die letzten in seinem Sport, sagte er. Er wolle nicht der nächste alte Mann sein, der nicht den Absprung findet. Frodeno wird in der kommenden Woche 41 Jahre alt, beim Ironman auf Hawaii 2023 wäre er dann bereits 42. Er spüre aber nach wie vor die Lust und das Feuer für seinen Sport in sich, sagte er in einem Video, das er am Freitag auf Instagram veröffentlichte.

          Pech mit einem Trainingssturz

          Frodenos Sturzverletzung war bisher nicht bekannt gewesen. Bekannt war, dass er während seines Trainings über Monate unter einem Teilabriss der Achillessehne litt. Dies, sagte er, habe er soweit in den Griff bekommen, dass er guten Mutes nach Hawaii gereist wäre. Er habe in den letzten Monaten alles daran gesetzt, in Bestform zu kommen, habe viel in der Höhe trainiert, sei aus seiner Wahlheimat Girona in Katalonien nach Andorra gezogen und habe versucht, sein Familienleben mit all dem Training unter einen Hut zu bringen, bevor seine Frau mit den Kindern nach der Pandemie eine Auszeit in ihrer Heimat Australien brauchte.

          „Doch vor ein paar Wochen“, schreibt Frodeno in einer persönlichen Nachricht, „hatte ich wieder einmal Pech, als eine Windböe mein Vorderrad genau in dem Moment erfasste, als ich auf einer langen Trainingsfahrt etwas zu essen aus meiner Tasche holte. Ich stürzte hart, prallte mit den Rippen auf den Lenker, zog mir die üblichen Schnittwunden und Prellungen zu, schlug aber auch auf die Hüfte auf.“

          Dabei zog er sich einen Riss zwischen Faszien und Muskeln zu, es bildete sich Flüssigkeit. Bandagiert setzte er das Training fort. Bis sich die Wunde entzündete, und sich die Infektion auf die Sehnen- und Muskelansätze in der Hüfte ausdehnte. Schließlich entschied der deutsche Olympiaarzt Casper Grim, der Frodeno betreut, dass eine Operation unvermeidbar sei. Sie fand am Donnerstag statt.

          „Ich bin nicht bereit, aufzugeben“

          „Es ist sicher, dass mein Kona-Traum für dieses Jahr geplatzt ist“, schreibt Frodeno, „aber ich bin nicht bereit, aufzugeben. Nach so vielen Höhen und Tiefen in den letzten Monaten ist es eine gewisse Erleichterung, die nächsten 14 Monate neu zu planen und einen letzten Versuch zu unternehmen, einige der besten Rennen rund um den Globus zu gewinnen und am Ende die Trophäe in der Hand zu halten, die für den Sieger von Hawaii bestimmt ist.“

          In gewisser Hinsicht freue er sich, seine Tage nun erst einmal mit seiner Familie zu verbringen. „Aber die Liebe, die Leidenschaft und der Glaube an diesen Sport und das Gewinnen seiner größten Rennen treiben mich weiter an.“

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