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Interview mit Stelian Moculescu : Friedrichshafen gleich Volleyball

  • Aktualisiert am

Besessen vom Volleyball: Stelian Moculescu Bild: dpa

Mit dem dritten 3:0 im dritten Spiel gegen Düren verteidigte der VfB Friedrichshafen souverän seinen deutschen Meistertitel im Volleyball und gewann nach Pokalsieg und Champions League das Triple. Der Triumph ist untrennbar mit Stelian Moculescu verbunden.

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          Titelverteidiger VfB Friedrichshafen ist wieder deutscher Volleyball-Meister. Im dritten Playoff- Finale besiegte die Mannschaft vom Bodensee evivo Düren wie schon in den ersten beiden Begegnungen der Serie „Best of Five“ mit 3:0 (25:20, 25:20, 25:15). Damit gelang dem VfB als erster europäischer Mannschaft das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und dem Gewinn der Champions League.

          Die Friedrichshafener Dominanz ist untrennbar verbunden mit dem Wirken von Stelian Moculescu. Seitdem der Deutsch-Rumäne 1997 das Traineramt übernahm, gewann der VfB acht Meisterschaften, holte neun Mal den Pokal und sicherte sich dabei sieben Mal das Double. Höhepunkt war der sensationelle Gewinn der Champions League Anfang April in Moskau. Der Meistermacher im Interview.

          Im zehnten Jahr als Friedrichshafener Trainer die achte Meisterschaft und als erste europäische Mannschaft das „Triple“: Ist das der Höhepunkt eines Lebens für den Volleyball?

          Als Trainer hast du mit dem Gewinn der Champions League den Ritterschlag. In einem Volleyball-Entwicklungsland vier Mal das Final-Four-Turnier zu erreichen, da war ich auch schon sehr zufrieden. Dieser Erfolg jetzt ist einmalig, das wird so schnell keiner toppen. Da haben wir eine Duftmarke gesetzt.

          Runde Sache: das Siegerteam des VfB Friedrichshafen
          Runde Sache: das Siegerteam des VfB Friedrichshafen : Bild: AFP

          Vor der Saison war das Ziel, 2009 die Champions League in Friedrichshafen zu gewinnen. Nun hat es der Verein zwei Jahre eher geschafft. Bleibt der Traum, in zwei Jahren vor heimischem Publikum erneut die beste europäische Mannschaft zu werden?

          Warum denn nicht, das wäre ein i-Tüpfelchen. Aber dazu muss man eine Mannschaft haben, die konkurrenzfähig ist. Diese Mannschaft ist in dieser Saison wie Phönix aus der Asche Champions- League-Sieger geworden.

          Was war das Erfolgsgeheimnis dieses Teams?

          Es war wieder einmal eine sehr junge und hungrige Mannschaft, die den Erfolg wollte, die besser werden wollte und das ist alles. Ich habe denen nur geholfen. Ich war der Schuhlöffel dieser Mannschaft.

          Angreifer Jochen Schöps wird den Verein wohl in Richtung Italien oder Russland verlassen. Auch Zuspieler Simon Tischer liebäugelt mit einem Wechsel ins Ausland. Dass Ihre besten Spieler dem Lockruf des Geldes erliegen, ist das kein Problem für Sie?

          Im Gegenteil. Wir sind hier auch ein Ausbildungsverein und ich habe es immer gefördert, wenn sich meine Spieler im Ausland weiter entwickeln.

          Was bleiben Ihnen noch für Ziele als Trainer?

          Da gibt es noch genügend, zum Beispiel das einmal zu wiederholen und mit der Nationalmannschaft erfolgreich zu sein. Ich möchte, dass Friedrichshafen eine Stadt wird, die untrennbar mit dem Volleyball verbunden ist. Wenn man nach Friedrichshafen sofort Volleyball sagt, dann haben wir das geschafft.

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