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Interview : "Ihr wart doch die, die sich ausgezogen haben"

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Schlagkräftig: Stefan Hübner Bild: dpa

Angelina Grün und Stefan Hübner sind die Stars des deutschen Volleyballs - und privat ein Paar. Die 23 Jahre alte Weltklassespielerin hat Volleyball zu ihrem Beruf gemacht und tritt in Italien für Bergamo an. Der 28 Jahre alte Bielefelder Hübner wechselte schon vor drei in den Süden und verdient sein Geld in Trento.

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          Angelina Grün und Stefan Hübner sind die Stars des deutschen Volleyballs - und privat ein Paar. Die in Tadschikistan geborene 23 Jahre alte Weltklassespielerin hat Volleyball zu ihrem Beruf gemacht und tritt in Italien für Bergamo an. Bei der Europameisterschaft in der Türkei kann sie mit der deutschen Nationalmannschaft nach ihrem 3:0 über Serbien-Montenegro im dritten Vorrundenspiel durch einen Sieg in den Begegnungen gegen Rußland an diesem Mittwoch oder danach gegen Gastgeber Türkei das Halbfinale erreichen. Der 28 Jahre alte Bielefelder Hübner wechselte schon vor drei in den Süden und verdient sein Geld in Trento.

          Sie sind seit einem Jahr das Traumpaar des deutschen Volleyballs, doch außerhalb der Szene scheint das niemand zur Kenntnis zu nehmen. Haben Sie manchmal das Gefühl, in der falschen Sportart zu Hause zu sein?

          Angelina Grün: Was unsere Beziehung angeht, vermisse ich das überhaupt nicht. Soll ich mir etwa wünschen, daß wir ständig von Fotografen aufgelauert werden?

          Aber gegen ein bißchen mehr Publicity hätten Sie doch sicher auch nichts.

          Angelina Grün: Natürlich nicht. Aber es ist halt so in unserer Sportart. Soll man darüber jammern?

          Stefan Hübner: Im Volleyball bekommt man von alleine keine Publicity. Man müßte so eine Geschichte wie unsere vielleicht selbst mehr pushen. Der Sportart täte das bestimmt gut. Es fehlt bei uns jemand, der das professionell in die Hand nimmt und ausschlachtet. Es ist ja nicht so, daß der Volleyball keine interessanten Storys zu bieten hätte.

          Empfindet man beim Blick auf andere Sportarten wie Tennis oder auch Schwimmen, wo zumindest die Besten Stars sind, Ärger oder Neid?

          Stefan Hübner: Ich müßte lügen, wenn ich sage: Solche Gedanken gibt es nicht. Aber was soll man machen? Das Einzige, was wir tun können, ist offen zu sein und etwas über uns preiszugeben. Das öffentliche Interesse kann man ja nicht wie einen Computer einschalten.

          Hatten Sie wenigstens schon mal einen gemeinsamen Fernsehauftritt?

          Angelina Grün: Nein. Von den deutschen Medien war ein einziges Mal ein Reporter von einer Zeitschrift bei uns in Italien. Das sollte ein großer Artikel werden ...

          Stefan Hübner: ...und erschienen ist fast nichts. Erst war kein Platz, dann sollte es später gedruckt werden, und irgendwie ist es dann im Sand verlaufen. Schade, wir hatten uns davon einiges versprochen. Aber ich hatte das ja auch zuvor schon erlebt, in meiner ersten Saison in der ersten italienischen Liga, wir waren Tabellenführer, ich war bester Mittelblocker der Liga, habe im Allstar-Game gespielt, das hat in Deutschland überhaupt keiner mitgekriegt. Dann bin ich selbst ein bißchen aktiv geworden, und plötzlich lief das, da wurde ich sogar vom Fernsehen eingeladen. Aber man muß das selbst anstoßen, sonst passiert nichts.

          Angelina Grün: Das hört sich jetzt so einfach an. Aber sollen wir denn bei den Zeitungen anrufen und sagen: Hört mal zu, wir sind jetzt ein Paar, macht mal was?

          Vor einem Jahr, vor den Frauen-WM in Deutschland, haben Sie und Ihre Kolleginnen sich für den "Stern" ausgezogen. Das funktioniert anscheinend immer. Waren Sie glücklich über die Aufmerksamkeit, die Sie dadurch erregt haben?

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