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Interview : "Ich weiß genau: Kasparow bewundert mich"

  • Aktualisiert am

Wichtige Figur: Wladimir Kramnik Bild: dpa

Fast auf den Tag genau ist es drei Jahre her, seit Wladimir Kramnik in London Garri Kasparow den Weltmeistertitel abgenommen hat. Doch ganz ist der 1975 in Tuapse am Schwarzen Meer geborene Russe noch immer nicht aus dem Schatten seines ehemaligen Lehrers und Trainingspartners getreten.

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          Fast auf den Tag genau ist es drei Jahre her, seit Wladimir Kramnik in London Garri Kasparow den Weltmeistertitel abgenommen hat. Doch ganz ist der 1975 in Tuapse am Schwarzen Meer geborene Russe noch immer nicht aus dem Schatten seines ehemaligen Lehrers und Trainingspartners getreten. Es ist Kasparow, der weiterhin die Weltrangliste anführt und der vom nächsten Dienstag an in New York einen lukrativen Schaukampf über vier Partien gegen einen Computer bestreitet, auf dem das Programm Fritz läuft, gegen das Kramnik vor einem Jahr in Bahrein nicht über ein 4:4 hinauskam. Nun wartet Kramnik auf einen inoffiziellen Titelkampf gegen den Ungarn Peter Leko.

          FRAGE: Kann es der Mensch denn noch als Gegner mit dem Computer aufnehmen wie Kasparow vom nächsten Dienstag an in New York?
          ANTWORT:
          Mit guter Vorbereitung und pragmatischem Spiel sind sie immer noch zu schlagen.
          FRAGE:
          Nehmen wir an, in einem Turnier treffen die stärksten Großmeister und Computer aufeinander, aber niemand sieht, gegen wen er spielt, sondern kriegt nur die Züge seines Gegners zu sehen. Wer gewinnt das Turnier?
          ANTWORT:
          Fällt die Vorbereitung weg, profitieren zweifellos die Computer. Aber es kommt auch auf das Programm an. Deep Fritz jedenfalls würde in Linares, beim bestbesetzten Turnier der Welt, einen der vorderen Plätze schaffen.





          FRAGE: Fühlen Sie sich eigentlich noch in gleichem Maße als Weltmeister wie in den Monaten, nachdem Sie Kasparow geschlagen haben?
          ANTWORT:
          Ich achte nicht darauf. Das ist lange her und schon vergessen. Ich schwelge nicht vor dem Schlafengehen in Erinnerungen an den Sieg. Ich habe noch mehr vor im Leben. Ich bin immer noch Weltmeister, aber ich sehe nach vorn.

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