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Im Gespräch: Paul Biedermann : „Schön, wenn meine Rekorde für die Ewigkeit wären“

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Schwimmer Paul Biedermann: „Wäre schön, wenn meine Rekorde für die Ewigkeit wären” Bild: AP

Paul Biedermann ist Sportler des Jahres und Doppel-Weltmeister. Der 23 Jahre alte Schwimmer aus Halle an der Saale hält vier Freistil-Weltrekorde. Im Interview spricht der Sportler des Jahres über Rekorde in Anzügen und Schwimmen in Badehosen.

          Paul Biedermann ist Sportler des Jahres (siehe: Sportler des Jahres 2009: Heute Held – und morgen?) und Doppel-Weltmeister. Der 23 Jahre alte Schwimmer aus Halle an der Saale hält vier Freistil-Weltrekorde: die über 200 und 400 Meter von der Weltmeisterschaft im Juli 2009 in Rom sowie die vom Kurzbahn-Weltcup im November in Berlin über dieselben Strecken.

          Im Interview spricht Biedermann (siehe: Sportler des Jahres 2009: Heute Held – und morgen?) über Rekorde in Anzügen und Schwimmen in Badehosen.

          Nun sind Schwimmanzüge verboten. Ist in Badehosen Schluss mit Rekorden?

          Das wäre natürlich schön, wenn meine Rekorde für die Ewigkeit festgeschrieben wären. Man liebäugelt damit. Aber ich glaube, dass der menschliche Körper sich weiterentwickelt. Wir müssen jetzt mehr Stabilität in den Rumpf bekommen, unser Gewicht reduzieren und sehen, dass wir die Technik sauberer ausführen. In den nächsten drei, vier Jahren wird es sehr schwer sein, an diese Zeiten heranzukommen. Aber irgendwann werden die Rekorde fallen.

          „Neoprenanzüge im Schwimmsport, das war wie Sprungfedern im Hochsprung”

          Wie bewerten Sie die Aufrüstung der vergangenen Jahre?

          Neoprenanzüge im Schwimmsport, das war wie Sprungfedern im Hochsprung. Ich bin froh, dass wir endlich wieder bei normalen Badehosen angekommen sind. Wer dem Schwimmsport treu ist, wird sich freuen, dass die Anzüge weg sind, und sich auf schöne Schwimmerkörper freuen.

          Fühlen Sie sich herausgefordert?

          Ich habe Lust, hart zu trainieren. Manche Leute schreiben mir in E-Mails, dass meine Erfolge nur auf dem Anzug beruhten. Denen will ich beweisen, dass ich es auch ohne Anzug schaffe.

          Was passiert mit Ihren und den anderen Neopren-Weltrekorden?

          Wir wissen immer noch nicht, ob sie stehenbleiben. Das ist ein ziemlich nerviges Thema, weil man nicht weiß: Wo steht der Weltverband? Kümmert er sich um einen? Das Thema ist wichtig. Schließlich geht es nicht nur um Weltrekorde, sondern auch um deutsche und um Jahrgangsrekorde. Die sind ganz wichtig für die Motivation auch von Nachwuchsschwimmern. Wir hängen in der Luft.

          Was schlagen Sie vor?

          Auf der einen Seite möchte ich, dass meine Rekorde so anerkannt bleiben, wie ich sie geschafft habe. Auf der anderen Seite ist es natürlich hart, sich zu motivieren, wenn man die Bestzeiten erst einmal nicht erreichen kann. Deshalb wird dieses Jahr so spannend: Wir werden sehen, wie weit wir wirklich weg sind von den Rekorden. Jetzt erst wird man einen Blick dafür bekommen, was diese Anzüge wirklich gebracht haben.

          Man könnte die Badehosen-Rekorde fortschreiben.

          Wenn die Rekordliste an die Zeit vor den Anzügen anknüpfen soll, dann bitte zurück bis 1995, als das angefangen hat, und nicht erst 2000! Aber machen wir uns nichts vor: Eine zweite Liste mit Rekorden, die in Anzügen geschwommen wurden, würde eine Geisterliste werden. Alle würden sich an den anderen Rekorden orientieren. Das würde bedeuten, dass die Leistung, die man in den letzten Jahren erbracht hat, geschmälert wird.

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