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Im Gespräch: Helge Meeuw : „Schwimmsport ist Luxus“

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Für Helge Meeuw ist die Schwimmhalle „kein Wohnzimmer, aber mindestens ein Badezimmer” Bild: Henning Bode

Helge Meeuw ist deutscher Schwimmsportler. Er macht sich Gedanken um Wasserknappheit und stellt sich die Sinnfrage, ob es richtig ist, was er macht: schwimmen um Sekunden. SOLO - Ein Thema, ein Interview - Teil 5 mit Helge Meeuw und „Wasser“.

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          Helge Meeuw ist deutscher Schwimmsportler. Er hält derzeit den Europarekord über 100 Meter Rücken. Er trinkt am liebsten Wasser, aber er duscht nicht so gern. Der 23 Jahre alte Meeuw macht sich Gedanken um Wasserknappheit und stellt sich die Sinnfrage, ob es richtig ist, was er macht: schwimmen um Sekunden. „Vielleicht wäre ich ein Delphin. Die sind interessant, die sind clever und haben ein beeindruckendes Echolotsystem.“ Im Gespräch redet der 23 Jahre alte Schwimmer im fünften Teil der FAZ.NET-Serie „SOLO - Ein Thema, ein Interview“ über - Wasser.

          Was trinken Sie am liebsten?

          Wasser. Ich habe mir angewöhnt, beinahe ausschließlich Wasser zu trinken. Auch mein Ernährungsberater und mein Psychologe haben mir dazu geraten. Ich will nicht unnötig viel Zucker in mich hineinschießen, wenn ich irgendeine Limo trinke. Inzwischen mag ich andere Getränke gar nicht mehr, das ist mir alles zu süß. Früher habe ich das nicht für möglich gehalten.

          Wie viel trinken Sie am Tag?

          Mindestens so viel, dass ich nicht austrockne. Weil ich als Sportler viel Flüssigkeit wieder rausschwitze, muss ich mehr trinken als andere Menschen. Dreieinhalb Liter Wasser nehme ich vielleicht zu mir. Aber ich achte nicht auf die Menge, habe keinen festen Trinkplan.

          Was glauben Sie, wie lange jemand über Wasser sprechen kann?

          Wenn er keine besondere Beziehung zum Wasser hat, vielleicht eine halbe Stunde. Aber es gäbe so viel zu erzählen: Unser Planet besteht zum größten Teil aus Wasser, unser Organismus besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Wir alle sind von Wasser abhängig. Man könnte also lange Zeit über Wasser reden. Es ist wichtig, die allgemeine Bedeutung von Wasser zu finden. Und erst wenn man in die feinere Verästelung gerät, dann stößt man auf uns Schwimmer. Aber das Wasser ist nicht für Schwimmer bestimmt, es hat andere Aufgaben.

          In der klassischen Elementelehre gilt Wasser als Element des Einfühlungsvermögens, der Intuition und Feinfühligkeit. Erkennen Sie sich da wieder?

          Das beschreibt ein bisschen das Wassergefühl, das man als Schwimmer hat. Das stimmt schon. Aber ich habe noch nie von dieser Elementelehre gehört. Interessant.

          Was ist Ihre erste prägende Erinnerung, die in Verbindung mit Wasser steht?

          Als kleines Kind, ich war vielleicht drei Jahre alt, bin ich mal in den Pool gefallen. Meine Mutter hat mich etwas blau angelaufen wieder rausgeholt. Ich selbst habe daran keine Erinnerungen, ich kenne diese Geschichte nur von Erzählungen. Trotzdem hatte ich nie eine Phobie vor dem Wasser, ich war immer daran interessiert.

          Dieser Unfall ist in Windhoek passiert, wo Sie aufgewachsen sind. Sie kennen Afrika also. Gewinnt das Thema Wasser deshalb noch mal an Bedeutung?

          Natürlich. Um Wasser werden Kriege geführt, da verdursten Menschen. Dabei sind mehr als siebzig Prozent dieses Planeten aus Wasser, aber nur etwas mehr als drei Prozent sind tatsächlich Süßwasser. Trinkwasser also, das in der westlichen Welt aber auch dafür benutzt wird, um Toiletten zu spülen oder um zu duschen. Da stellt sich für mich mitunter schon so etwas wie eine Sinnfrage.

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