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Im Gespräch: Dart-Experte Gordon Shumway : „Taylor ist wie Schumacher, Pelé, Woods zusammen“

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET - Daniel Meuren

Phil Taylor ist der Star des Dart-Sports - kürzlich wurde er zum 15. Mal. Ein Dart-Spieler mit dem Szenenamen Gordon Shumway kennt den Superstar bestens.

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          Phil Taylor ist der Star des Dart-Sports - kürzlich wurde er zum 15. Mal. Ein Dart-Spieler mit dem Szenenamen Gordon Shumway kennt den Superstar bestens.

          Warum ist der große Phil Taylor Mitglied im Hessischen Dartverband?

          Das hat mit unserer jahrelangen engen Freundschaft zu tun. Unser „House of „ in Rodgau gefällt Phil richtig gut, und da habe ich ihm dort mal einen Mitgliedsantrag unter die Nase gehalten. Damit ist er auch spielberechtigt für unsere erste Mannschaft von „Unicorn Hessen“. Wir sind der aktuelle Hessenmeister und seit zwei Jahren ungeschlagen.

          „Irgendwann hat er festgestellt, dass er Darts besser werfen kann als viele andere”
          „Irgendwann hat er festgestellt, dass er Darts besser werfen kann als viele andere” : Bild: AFP

          Phil Taylor in der Hessenliga - das nennt man eine Verstärkung.

          Definitiv! Das wird nicht so witzig für die Gegner, aber umso spaßiger für uns. Phil wird das auf jeden Fall noch machen, er wird in diesem Jahr noch für uns spielen. Auch der Niederländer Raymond van Barneveld, einer der vier besten Spieler der Welt, ist Mitglied bei uns. Wir können sagen, dass die besten Spieler der Welt im Hessischen Dartverband sind.

          Phil Taylor ist gerade zum 15. Mal Weltmeister geworden. Können Sie seine Leistung einordnen - für Leute, die in diesem Sport nicht zu Hause sind?

          Wenn man seine Leistung in einem Satz beschreiben sollte, dann so: Nimm Michael Schumacher, Pelé, Pete Sampras und Tiger Woods, pack sie zusammen - und heraus kommt Phil Taylor. Er ist ja nicht nur 15-maliger Weltmeister, sondern hat - wie im Tennis, wo es die Grand-Slam-Turniere gibt - auch bei den Major-Turnieren im Dartsport alles abgeräumt. Es gibt fünf Major-Turniere im Jahr, und jedes davon hat er schon fünf bis acht Mal gewonnen.

          Was hat er anderen Dartprofis voraus? Ist es Nervenstärke, ist es Talent?

          Talent ist es bei Taylor zu 30 Prozent. Der Rest ist - im positiven Sinn - krankhafter Ehrgeiz.

          Wie bitte?

          Er will nie mehr dahin zurück, wo er herkommt. In Taylors Elternhaus gab es früher keine Toilette, sondern man musste über den Hof gehen. Im ersten Stock waren statt Glas Bretter vor den Fenstern, weil das Geld fehlte. Beruflich hat er damals Toiletten-Griffe gedrechselt, die in England an einer Schnur am Spülkasten befestigt sind. Er hat nur 50 Pfund in der Woche verdient.

          Und wie hat er es dann zum Multimillionär mit dem Dartsport gebracht?

          Irgendwann hat er festgestellt, dass er Darts besser werfen kann als viele andere. Dann hat er das einfach stundenlang trainiert, bis zur Perfektion. Das macht er heute noch. Er sagt: Wenn ich nicht trainiere, dann tun es die anderen.

          Ihn treibt also die Angst vor dem Verlieren an?

          Ja. Er will einfach der Beste aller Zeiten sein, er versucht Rekord nach Rekord aufzustellen. Es wird ihn auch niemals mehr jemand toppen. Er hat eine brutale Fähigkeit, sich besser zu konzentrieren als jeder andere. Sein Wurfstil ist nahe der Perfektion. Andere Profispieler sagen schon: Taylor könnte gegen einen Roboter spielen - der Roboter würde verlieren.

          Wie sieht ein Trainingstag aus bei Phil Taylor?

          Er steht morgens gegen sieben auf, frühstückt und spielt von 9 bis 12 Uhr Darts. Nach dem Mittagessen geht er ein bisschen schwimmen oder ins Fitnessstudio - auch wenn man ihm das nicht unbedingt ansieht. Er macht das ja auch nicht, um eine tolle Figur zu haben, sondern um seine Kondition zu erhalten. Das ist nämlich ganz schön anstrengend, hochkonzentriert drei, vier Stunden auf dem rechten Bein zu stehen. Nachmittags spielt er eventuell noch mal ein, zwei Stunden Darts.

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