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HR-Affäre : Intendant soll Schleichwerbung gebilligt haben

  • Aktualisiert am

Was wusste Helmut Reitze? Bild: F.A.Z. / Julia Zimmermann

Der Intendant des Hessischen Rundfunks, Helmut Reitze, soll laut eines Medienberichts von Schleichwerbung und gekaufter Berichterstattung im Sender gewusst und diese gebilligt haben.

          Der Intendant des Hessischen Rundfunks (HR), Helmut Reitze, soll laut einem „Spiegel“-Bericht von Schleichwerbung und gekaufter Berichterstattung im Sender gewusst und diese gebilligt haben.

          Das Magazin berichtet von entsprechenden Vorwürfen der Anwälte des wegen Betrugs und Korruption angeklagten früheren HR-Sportchefs Jürgen Emig, die diese im Verfahren um die fristlose Kündigung Emigs gemacht hätten. Der HR erklärte auf AP-Anfrage, Reitze lehne eine Stellungnahme wegen des laufenden straf- und arbeitsrechtlichen Verfahrens ab.

          Anweisung an Emig?

          Emig war von 1987 bis März 2004 Leiter der HR-Sportredaktion. Ihm wird zur Last gelegt, zwischen 2000 und 2003 knapp 400.000 Euro illegal eingenommen zu haben. Allein mit der Festlegung von Kamerastandorten für das Radrennen „Rund um den Henninger-Turm“ soll er vom Veranstalter über die Agentur seiner Frau Provisionen von 225.000 Euro erhalten haben.

          Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat im Mai Anklage wegen Betrugs und Korruption erhoben. Emig hat zudem gegen seine fristlose Kündigung geklagt. Laut „Spiegel“ machten Emigs Anwälte beim Verfahren um die fristlose Kündigung ihres Mandanten geltend, Reitze habe im August 2003 Emig angewiesen, kurzfristig 220.000 Euro zu beschaffen, um die Lizenzgebühr für das DFB-Pokal-Fußballspiel Offenbacher Kickers gegen Eintracht Frankfurt am 1. September bezahlen zu können.

          Der Sponsor sei jedoch zu dieser Zahlung nur bereit gewesen, wenn außer der üblichen Sponsorhinweise weitere Zugeständnisse gemacht würden. Das sei in Abstimmung mit Reitze dann geschehen, schreibt das Magazin.

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