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Hockey-WM : In einer anderen Galaxie

  • -Aktualisiert am

Ein bisschen Kommerz darf sein: „Stockey“, das Maskottchen der Hockey-WM Bild: dpa

Vieles, was rund um den Fußball passiert und eine künstliche Bedeutung erhält, ist den Hockeyspielern völlig fremd. Die beiden Sportarten trennen nicht Welten, sondern ganze Galaxien

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          Am Samstag  hat die WM begonnen - nein, keine Angst, dies ist weder ein Fehler, noch haben Sie den Termin tatsächlich verpasst. Die Rede ist von den Hockey-Titelkämpfen in Den Haag und nicht von der in knapp zwei Wochen endlich startenden Mega-Veranstaltung in Brasilien. Beides sind zwar Mannschaftsspiele mit jeweils elf Akteuren - aber ansonsten trennen die beiden Sportarten nicht Welten, sondern ganze Galaxien.

          Rund um die Uhr wird die Welt momentan mit Nachrichten über das Knie von Khedira, den Oberschenkel von Ronaldo, den Heilungsprozess bei Falcao oder den Gemütszustand von Messi versorgt, und jede kleinste vermeintliche Änderung sorgt gleich für neue Aufregung. Dazu die drohende Hitze, die Reisestrapazen - wie es scheint, stehen die Fußballprofis vor kaum zu bewältigenden Problemen, und auf der Suche nach der vermeintlich besten Aufstellung wird bis dahin hinter hohen Zäunen trainiert, die Spione lauern schließlich überall.

          In Den Haag geht es für die Hockeyspieler auch um den WM-Titel, auch um den Erfolg einer Mannschaft, und doch ist alles ganz anders, nicht nur die Entlohnung. Natürlich hat das deutsche Team in der Vorbereitung gerade eben noch gegen den WM-Gruppengegner Niederlande gespielt, und wer das für erstaunlich hält, erntet im Hockeylager nur verständnislose Blicke wie bei vielen anderen Themen, die im Fußball für Aufregung sorgen. Das Abseits haben sie schon vor zwei Jahrzehnten abgeschafft, und den Videobeweis, ein beliebtes Fußball-Stammtischthema, haben sie natürlich längst.

          Statt fester Ersatzspieler können sie im Hockey auch ständig wechseln - wie in allen anderen Ballsportarten auch. Vieles, was rund um den Fußball passiert und eine künstliche Bedeutung erhält, ist den Hockeyspielern völlig fremd. Die deutschen Akteure können es sich aber aus erster Hand erklären lassen. Ihr Spielmacher, Welt-Hockeyspieler Tobias Hauke, arbeitet in der Pressestelle des Hamburger SV. In Den Haag spielt er nach einem Jochbeinbruch mit einer Schutzmaske - man stelle sich das Getöse vor, müsste Welt-Fußballspieler Ronaldo das demnächst in Brasilien tun.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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