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5:1 gegen Frankreich : Hockey-Männer mit starkem Start in die heiße WM-Phase

  • -Aktualisiert am

Früh alles klar: Deutschland führte gegen Frankreich schon zur Pause 4:0. Bild: EPA

Das 5:1 über Frankreich führt die Deutschen bei der Weltmeisterschaft ins Viertelfinale. Die Gedanken an den Titelgewinn werden immer konkreter. Doch zunächst wartet England als nächster Gegner.

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          Sie haben sich eingerichtet in Ostindien, fühlen sich selbst in der K.o.-Phase des Turniers nicht bedrängt, sondern erst richtig angekommen. Aus ihren Vorleistungen in den Monaten vor und ihren Auftritten bei der Weltmeisterschaft leiten die deutschen Hockey-Herren wie selbstverständlich eine Daseinsberechtigung ab bis inklusive Sonntag. Sonntag ist der Tag des Endspiels in Bhubaneswar.

          Wenn der Bundestrainer oder der Kapitän dieser Tage von Vorfreude auf noch vier K.o.-Spiele bei diesem Championat sprechen, dann klingt das nicht unerhört selbstgewiss oder arrogant, sondern mit sich und dem maximalen Ziel im Reinen. Aber natürlich ist dadurch auch eine Fallhöhe entstanden, welche ein mögliches frühes Ausscheiden enorm schmerzhaft werden ließe. An diesem Mittwoch (14.30, live auf DAZN) beispielsweise, wenn das Viertelfinale gegen das Topteam aus England ansteht.

          Dass die deutsche Mannschaft nach der nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz direkt verpassten Viertelfinalqualifikation die Runde der besten Acht erreichen würde, war allgemein erwartet worden. Die Art und Weise, wie sie sich in der sogenannten „Crossover“-Runde über Frankreich hinwegsetzte, bestätigte den Optimismus, dass aus dieser WM eine deutsche Operation Gold werden kann. Beim 5:1-Sieg schienen die Deutschen ihren Betrieb von Anpfiff an testweise mal so richtig auf volle Drehzahl hochfahren zu wollen, um dann in der zweiten Halbzeit das Tempo zu drosseln. Man will schließlich nun im Zweitagesrhythmus auf höchstem Niveau gegen die im Turnier verbliebenen Weltklasseteams agieren.

          Den Kreis schließen

          André Henning bescheinigte seinem Team „extrem viel Lust“ und in der ersten Halbzeit eine der besten Leistungen seit Langem. „In der zweiten Halbzeit haben wir das Match smart gemanagt und Kraft fürs Viertelfinale gespart. Ein starker Start in die heiße Phase des Turniers“, sagte der Bundestrainer.

          Mats Grambusch, einer von fünf verschiedenen Torschützen gegen Frankreich, sagte nach seiner reifen Leistung: „Wir wollen die Trophäe, darauf zielen wir ab.“ Grambusch, Mittelfeldmann mit sportlicher Heimat bei Rot-Weiß Köln, ist Kapitän der deutschen Equipe, die seit zehn Jahren keinen bedeutenden internationalen Titel gewonnen hat. Im Jahr 2013 wurde die Herrenauswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) Europameister, im selben Jahr holten sich auch die U-21-Junioren den WM-Titel. In Indien. Mit dem Trainer André Henning sowie Grambusch und einigen weiteren Spielern, die nun zum Ende ihrer internationalen Karrieren die große Chance wittern, den Kreis zu schließen.

          Gegner damals im U-21-Finale war übrigens Frankreich. Auch das Gros des französischen A-Teams am Montag in Bhubaneswar speiste sich aus der damaligen Juniorenauswahl. Auch wenn der Nachbar in der Hockeywelt nicht zu den führenden Mannschaften gehört, hat er zuletzt von der erhöhten nationalen Förderung mit Blick auf die Olympischen Spielen in Paris kommendes Jahr profitiert.

          Eine einzige Schwäche bleibt

          Was ihnen aber nicht half gegen ein DHB-Team, das offensiven Dauerdruck mit defensiver Stabilität sowie je nach Situation Power und Bedacht klug verband und zur Halbzeit durch die Treffer von Marco Miltkau (14.), Niklas Wellen (18.), Kapitän Grambusch (23.) und Moritz Trompertz (24.) komfortabel führte. Im zweiten Durchgang war noch Gonzalo Peillat (59.) erfolgreich, kurz zuvor war den Franzosen ein Treffer durch Francois Goyet (57.) gelungen.

          Den Auftrag des Bundestrainers, der dafür die hübsche Wortkreation vom „sich hineinverbessern ins Turnier“ schuf, haben seine Spieler erfüllt. Als einzige Schwäche fällt bei den Deutschen bei dieser WM nur ihre Ineffizienz bei Strafecken auf. Zwar resultierten am Montag zwei Tore aus Strafecken – bei neun Versuchen, davon wie auch schon zuvor im Turnier einige nachgerade ungefährlich vergeben, besteht da noch Verbesserungsbedarf für das große Ziel.

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