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Hockey-WM : Bereit für den großen Auftritt

Deutsches WM-Trauma beendet - dank Tina Bachmanns (vorne) Treffer gegen Australien Bild: dapd

Zur Belohnung für ihren Sieg gegen Australien und den Einzug ins WM-Halbfinale darf die deutsche Damen-Mannschaft im hockeyverrückten Argentinien vor 12.000 Zuschauern gegen das populäre Team des WM-Gastgebers spielen.

          Wie groß die Erleichterung der deutschen Hockeydamen war, machten die vielen spitzen Schreie nach der Schlusssirene deutlich. Sie stehen bei der WM in Rosario (Argentinien) nach dem 1:0-Sieg im entscheidenden letzten Gruppenspiel über Australien nun im Halbfinale, und das galt es für‘s erste nun zu feiern.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Rund um Torhüterin Kristina Reynolds kam es sofort zu einer erlaubten Rudelbildung, und nach ein paar Momenten hatten auch die Ersatzspielerinnen und der komplette Trainerstab das immer größer werdende menschliche Wollknäuel erreicht. Für soviel Freude gab es gute Gründe: Soweit ist die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes bei Weltmeisterschaften schon länger nicht mehr gekommen. Nach dem dritten Platz 1998 in Utrecht hatte es 2002 in Perth nur zu Platz sieben und vor vier Jahren in Madrid sogar nur zu Platz acht gereicht.

          Bachmann beendet WM-Trauma

          Dank des Treffers von Tina Bachmann, die in der 43. Minute per Strafecke traf, ist dieses WM-Trauma nun auch beendet. Das gelang gegen Australien, den WM-Zweiten von 2006, auf beeindruckende Weise. Es hätte Zeiten gegeben, da wäre ein deutsches Damen-Team der nervlichen Belastung in so einem „Alles-oder nichts“-Spiel nicht gewachsen gewesen, aber der aktuelle Jahrgang riss in dieser Partie sofort die Initiative an sich und gab sie bis auf wenige Momente nicht mehr ab. „Ich bin absolut beeindruckt, wie wir Hockey gespielt haben“, sagte Bundestrainer Michael Behrmann nach dem dominanten Auftritt seiner Mannschaft.

          Sehr populär im Land des WM-Gastgebers: Argentiniens Hockeyfrauen

          Ein wenig mehr die Nerven ihres Trainers hätte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes allerdings schonen können, wenn sie frühzeitiger eine ihrer vielen Chancen genutzt hätte oder nach dem Führungstor auch den mehrfach möglichen zweiten Treffer nachgelegt hätte. So aber musste Behrmann mit ansehen, wie Fanny Rinne und Janne Müller-Wieland, zwei der herausragenden Spielerinnen, die größten von vielen guten Möglichkeiten vergaben. Da den deutschen Damen aber schon ein Remis zum Erreichen des Halbfinales gereicht hätte, geriet der Erfolg am Ende in keiner Phase ernsthaft in Gefahr.

          Zur Belohnung darf die deutsche Mannschaft statt leerer Ränge nun endlich die echte WM-Atmosphäre erleben. Im Halbfinale warten in der Nacht zum Samstag (0.30 MESZ, live im Internet bei Laola.tv) im hockeyverrückten Argentinien die hoch populäre Mannschaft des Gastgebers und ungewohnte 12.000 Zuschauer. „Dieses Spiel wollten wir unbedingt“, sagt die abermals brillante Angreiferin Natascha Keller, und auch Behrmann ist nach diesem Auftritt gegen Australien sicher: Wir sind bereit für das Halbfinale vor dieser Kulisse.“

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