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Handballspiel mit Masken : „Völlig absurd und ein schlechter Witz“

  • Aktualisiert am

Handballer sind zupackende Menschen: Mit Mund-Nasen-Schutz spielen ist schwer möglich. Bild: Picture-Alliance

In einer Handball-Partie der spanischen Liga müssen alle Akteure Masken tragen. Für den Bundesliga-Chef ist das keine Option. Schon während des „Maskenballs“ werden die Probleme deutlich.

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          Die Angst vor Corona hat zu einem Novum im Handball geführt: Erstmals trugen im Spiel der höchsten spanischen Liga zwischen Ademar Leon und Liberbank Cantabria (31:23) alle Spieler sowie die Schiedsrichter Masken. Die Grundlage hierfür war ein Beschluss der stark von der Pandemie betroffenen Region Kastilien und Leon, wonach bei Kontaktsportarten ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen sei.

          „Das ist völlig absurd und ein schlechter Witz. Mir tun die beteiligten Spieler und Schiedsrichter leid. So kann man keinen Profisport treiben“, sagte dazu Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball Bundesliga (HBL) auf SID-Nachfrage. Er versicherte: „Für uns ist diese Art des Handballspielens natürlich keine Option.“

          Schon während des Spiels in Leon wurden die Probleme der Umsetzung deutlich. „Schon nach zwei Minuten hingen die Masken sonstwo“, beobachtete Bohmann. Und mit zunehmendem Verlauf der Partie rutschten die Masken immer weiter herunter. Für die Spieler eine Erleichterung, denn das Atmen durch eine Maske fällt gerade bei körperlicher Beanspruchung deutlich schwerer, aber sicherlich nicht Sinn der Maskierung.

          Doch so seltsam die Szenen vom weltweit ersten Handballspiel mit Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung für Spieler und Offizielle auch anmuten - angesichts nach oben schnellender Inzidenzzahlen muss sich der Sport auch hierzulande Gedanken machen. Von den ursprünglichen Plänen, schon bald mehr Zuschauer in die Arenen zu lassen, spricht kaum einer mehr. Angesichts der enormen Wucht der zweiten Corona-Welle geht inzwischen vielmehr die Angst vor einem erneuten Lockdown um. „Das Szenario kann man nicht ausschließen und hängt sehr vom weiteren Neuinfektionsverlauf ab“, sagte Bohmann. Stand jetzt sehe er die Gefahr „für die nächsten ein, zwei Wochen“ aber nicht.

          HBL-Chef Frank Bohmann: „Für uns ist diese Art des Handballspielens natürlich keine Option.“
          HBL-Chef Frank Bohmann: „Für uns ist diese Art des Handballspielens natürlich keine Option.“ : Bild: dpa

          Doch was kommt dann? Aktuell sieht die Absprache der Bundesländer vor, dass die Stadien und Hallen mit bis zu 20 Prozent der Kapazität mit Zuschauern gefüllt werden dürfen, solange die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nicht über 35,0 steigt. Passiert dies doch, wie momentan in immer mehr deutschen Städten zu beobachten, dürfen die Gesundheitsämter die Zuschauer komplett ausschließen. Das Überleben vieler Klubs wäre (spätestens dann) akut bedroht.

          „Der Profisport, wie wir ihn in Deutschland kennen, wäre dann nicht mehr durchführbar, und wir müssten uns neue Konzepte auf einem ganz anderen Leistungsniveau überlegen“, sagt Bohmann, dessen Liga Anfang Oktober als eine der ersten mit Zuschauern gestartet ist. Dies wäre für den deutschen Sport „eine riesige Zäsur und würde uns im Wettbewerb weit zurückwerfen.“

          Bohmann wirbt für eine „Politik der ruhigen Hand“. Weitsichtige Entscheidungen seien „existenziell“. Der Sport leiste „nach allem was wir wissen“ keinen Beitrag zu einem erhöhten Infektionsgeschehen. Für Montagnachmittag war für den HBL-Chef eine Konferenz mit der europäischen Ligenvereinigung und dem Kontinentalverband EHF angesetzt, um sich über die Lage in den einzelnen Ländern und Wettbewerben auszutauschen. Bohmann fahndet nach einem Ausweg aus dem Corona-Dilemma - die Maskenpflicht für Sportler ist es nicht.

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