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Handball : Zebras „grauenhaft stark“

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Gewohntes Bild: die Kieler in Siegerpose Bild: AP

Der Handball-Meister THW Kiel hat zum vierten Mal auch den Supercup gewonnen. Die Rhein-Neckar Löwen hatten beim 31:41 nicht den Hauch einer Chance. Und in der Bundesliga geht die Angst um: „Wer soll diese Mannschaft schlagen?“, lautet die bange Frage.

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          Als Kiels Kapitän Stefan Lövgren am Dienstagabend um 21.54 Uhr den Supercup in der Münchner Olympiahalle in Empfang nahm, war sie wieder da: die Angst der Liga vor dem THW, vor dem Triple-Sieger und Handball-Dominator.

          „Wer soll die schlagen?“, fragte Manager Thorsten Storm von den Rhein-Neckar Löwen nach der klaren 31:41 (12:19)-Niederlage gegen die Zebras: „Die spielen doch in einer anderen Liga.“

          Demonstration der Stärke

          Am Samstag beginnt die 31. Bundesliga-Saison - und wer am Ende die Meisterschale hochhält, scheint schon vorher festzustehen: Kiel. Das Fachblatt „Handball-Woche“ nennt das Starensemble von der Förde „grauenhaft stark“ und Löwen-Trainer Juri Tschewzow meint: „Kiel hat eine mächtige Mannschaft und einen Kader, wie ihn in der Bundesliga noch nie ein Verein hatte. Das ist nur vergleichbar mit Ciudad Real oder dem FC Barcelona in seiner Glanzzeit.“

          In der völlig einseitigen Partie um den Supercup demonstrierte Meister Kiel gegen den Pokalfinalteilnehmer eindrucksvoll seine Stärke. Atemraubend schnelle Angriffe, körperliche Überlegenheit und dazu konzentrierte Abwehrarbeit - allein die Chancenverwertung sowie der starke frühere Kieler Henning Fritz im Löwen-Tor verhinderten einen noch höheren Sieg der Zebras, die mit dem vierten Sieg im 14. Finale zu Rekordsieger TBV Lemgo aufschlossen.

          Respekt und Selbstbewusstsein

          „Es war sehr schön zu sehen, was man alles hat“, sagte Zvonimir Serdarusic zu seiner Über-Mannschaft. Der Kieler Trainer konnte es sich am Ende sogar erlauben, personell zu experimentieren. Manager Uwe Schwenker versuchte deshalb, die Begeisterung zu dämpfen. „Das war eine Momentaufnahme. Wir werden mit Selbstbewusstsein in die Saison gehen, aber auch mit Respekt vor den Gegnern“, sagte er.

          Die Rhein-Neckar Löwen (Siehe auch: Löwen im Anmarsch) zählte Schwenker auch zu den Teams, die Kiel gefährlich werden könnten. An diesem Abend in München deutete aber nicht allzuviel darauf hin. „41 Tore zu kassieren, ist schlimm“, sagte Tschewzow über die mangelhafte Abwehrarbeit. Die Weltmeister Oliver Roggisch („es hat überall gehapert“) und Christian Schwarzer („müssen noch hart arbeiten“) sehen der Saison skeptisch entgegen. „Wir wollen um den letzten Champions-League-Platz mitspielen“, sagte Fritz über die Zielsetzung der neu formierten Truppe.

          Wirtschaftlich kein Erfolg

          In der „Königsklasse“ sieht sich auch die Sportstadt München, der Rahmen genügte diesmal allerdings nicht ganz höchsten Ansprüchen. Bei der dritten Auflage war die Olympiahalle mit knapp über 10.000 Zuschauern erstmals nicht ausverkauft, dennoch wurde der Vertrag mit der Olympia-GmbH bis 2009 verlängert.

          Mancher Ligavertreter sehe die Veranstaltung lieber in Berlin, München könnte dafür das All-Star-Game bekommen. „Wirtschaftlich lohnt sich das nicht. Es ist zwar kein Minusgeschäft, aber es bleibt auch nicht viel hängen“, sagte Kiels Macher Schwenker über das eher dünne Supercup-Startgeld von 20.000 Euro. Eine Prämie gab es für die erfolgsverwöhnte Mannschaft deshalb nicht.

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