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Handball : Wenta in Magdeburg entlassen - Kretzschmar übernimmt

  • Aktualisiert am

Bogdan Wenta (r.) muss gehen, Stefan Kretzschmar hilft aus Bild: dpa

Bodgan Wenta ist nicht mehr Handball-Trainer beim SC Magdeburg. Der Pole wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. Sportdirektor Stefan Kretzschmar übernimmt vorerst das Team - allerdings soll er nur eine Interimslösung sein.

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          Nach der öffentlichen Beschwerde war bei den Verantwortlichen des SC Magdeburg das Maß endgültig voll: Der Handball-Bundesligaverein trennte sich am Montag mit sofortiger Wirkung von Trainer Bogdan Wenta. Co-Trainer Grzegorz Subocz konnte gleich mitgehen. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Brief des 45 Jahre alten Wenta an Manager Holger Kaiser, in dem er „zum wiederholten Male“ einen neuen Vertrag einforderte und angeblich ausstehende Prämien für den EHF-Cup-Triumph anmahnte.

          „Nach den Ereignissen der letzten Woche war dies die notwendige Entscheidung, vor allem im Hinblick auf die Zukunft des Vereins, unser Nachwuchskonzept und die Einbindung unserer Nachwuchsspieler“, sagte Kaiser. Bis ein Nachfolger für den polnischen Nationaltrainer Wenta gefunden ist, fungieren Sportdirektor Stefan Kretzschmar und der Coach der zweiten Mannschaft, Helmut Kurrat, als Interimstrainer. Der ehemalige Nationalspieler Kretzschmar betonte: „Ich habe die Entscheidung mitgetragen! Jetzt sind alle in der Verantwortung und da ist es selbstverständlich, bei der Interimslösung zu helfen. Helmut Kurrat und ich werden ein gutes Team bilden, wir kennen uns schon lange und werden vertrauensvoll zusammenarbeiten.“

          „Wollen die Interimslösung nicht zu lange beibehalten“

          Die Mannschaft wurde am Montag mittag informiert und bewertete laut Kaiser „den Zeitpunkt der Entscheidung als ungünstig“, da am Dienstag das Spiel beim TV Großwallstadt ansteht. Doch nachdem Wenta seinem Brief, über den die Zeitschrift „Sport Bild“ berichtete, auch noch ein Interview mit einem Internetanbieter folgen ließ, obwohl die Vereinsführung ihr Missfallen über den Gang an die Öffentlichkeit mitgeteilt hatte, war die Entscheidung unumgänglich. Nachfolge-Kandidaten nannte die Vereinsführung noch nicht. „Wir wollen die Interimslösung nicht zu lange beibehalten, aber auch nichts überstürzen“, erklärte Manager Kaiser.

          Nach der abgewendeten Überschuldung dürfte der finanzielle Handlungsspielraum des SCM allerdings beschränkt sein. Der Wind wehte Wenta in Magdeburg schon länger ins Gesicht. Der 2008 auslaufende Vertrag sollte nicht verlängert werden, stattdessen wurde Nationalspieler Markus Baur ein Angebot gemacht. Der sagte bekanntermaßen ab und wechselt vom seinem Posten als Spielertrainer bei Pfadi Winterthur in der Schweiz zum neuen Jahr auf die Bank des TBV Lemgo. Sportlich läuft es für EHF-Pokalsieger Magdeburg in dieser Saison noch nicht rund, vor dem wichtigen Spiel bei Tabellennachbar Großwallstadt ist der SCM Zehnter und kämpft um den Anschluss an die Europacup-Plätze.

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