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Handball-Bundesliga : Schwenker will zurück auf die große Bühne

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„Es hat mir sicher nicht geschadet, mal einige Zeit nicht im eigenen Saft zu schmoren“: Uwe Schwenker Bild: dpa

An diesem Donnerstag plant Uwe Schwenker die Rückkehr auf die große Bühne. Er will Präsident der Handball-Bundesliga werden. Seit dem Rücktritt in Kiel vor fünf Jahren hat Schwenker sich verändert.

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          Uwe Schwenker wirkt völlig entspannt. „Ich habe in den vergangenen Jahren eine gelassene Distanz zum Handball entwickelt“, sagt der frühere Kieler Erfolgsmanager, „es hat mir sicher nicht geschadet, mal einige Zeit nicht im eigenen Saft zu schmoren.“ Vor fünf Jahren war der 55 Jahre alte Norddeutsche von seinen Posten beim THW Kiel zurückgetreten; Anfang 2012 endete das Verfahren wegen vermeintlicher Schiedsrichterbestechung vor dem Kieler Landgericht mit einem Freispruch für Schwenker in allen Punkten.

          Seitdem hatte es hier und da Angebote für den Multifunktionär von einst gegeben. Das meiste lehnte Schwenker mit Hinweis auf seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt Kiel ab. Zuletzt hatte er eine Beratertätigkeit bei Empor Rostock inne. Das waren kleine Brötchen, für seine Verhältnisse.

          An diesem Donnerstag nun plant Schwenker die Rückkehr auf die große Handball-Bühne – bei der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga (HBL) stellt sich Schwenker als Präsident zur Wahl. „Ich weiß gar nicht, ob es einen Gegenkandidaten gibt“, sagt er lachend. Der hätte wohl auch keine Chance. Schwenker, der durchaus polarisiert, legt Wert darauf, dass es „zehn bis zwölf“ Klubs der Bundesliga waren, die ihn gebeten hätten, für das wichtigste Ehrenamt im deutschen Vereinshandball zu kandidieren. „Von mir aus hätte ich das nicht gemacht.“ Schwenker wird seinem Freund Reiner Witte nachfolgen, der nicht mehr antritt.

          Schwenker hat sich verändert: viel Diplomatie statt markiger Sprüche. „Nur wenn wir Gesamtinteressen über Einzelinteressen stellen, können wir den Handball wieder erfolgreich machen“, sagt Schwenker, der sich als Kind der Bundesliga bezeichnet. „Es gibt viele Interessenkonflikte, etwa was die Spieltags-Gestaltung betrifft, aber auch zwischen erster und zweiter Liga oder den TV-Vertrag betreffend.“ Als Nothelfer oder gar „Retter“ des Handballs sieht sich Schwenker nicht: „Erstens sehe ich den Handball gar nicht so negativ und nicht am Scheideweg. Und zweitens kann einer allein gar nichts ausrichten.“

          Auf der Negativliste stehen allerdings die Misserfolge der Nationalmannschaft und das Hamburger Lizenz-Gezerre. Schwenker sagt: „Letztlich ist es natürlich gut, wenn die Medienstadt Hamburg einen Erstligisten behält. Aber das Ganze muss solide finanziert sein.“ Der HSV hatte die Spielberechtigung für die Serie 2014/2015 erst am Dienstagabend nach Erfüllung strikter Auflagen bekommen. Dem Vernehmen nach soll der ehemalige Präsident Andreas Rudolph doch die entscheidenden Millionen beigesteuert haben.

          „Dann haben wir viel Arbeit vor uns“

          Ihm werde das aufregende Geschehen als Vereinsmanager nicht fehlen, behauptet Schwenker. Er sei durch seine Versicherungsagentur gut ausgelastet und werde das Ehrenamt als HBL-Chef so intensiv beackern, wie es ihm möglich sei. Sollte er gewählt werden, wäre Schwenker automatisch auch Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB).

          Eingebunden in die Suche nach einem neuen Bundestrainer ist er schon jetzt. Dabei will Schwenker Sorgfalt vor Eile stellen. „Wenn wir 2020 Olympiasieger werden wollen, wie es in einem DHB-Positionspapier steht, haben wir viel Arbeit vor uns“, sagt er. Klar dürfte sein, dass es mit dem DHB-Vize Schwenker keinen Bundestrainer Zvonimir Serdarusic geben wird. Die Freunde von einst sind seit der Kieler Manipulationsaffäre entzweit.

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