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Handball-Trainer Prokop : Ausschluss nach Kurzschluss

  • Aktualisiert am

Die Szene des Anstoßes (Fernsehbild): Gunnar Prokop stoppt den Angriff von Svetlana Ognjenovic Bild: dpa

Der österreichische Handball-Trainer Gunnar Prokop ist vom Schiedsgericht des Europäischen Verbandes für drei Jahre gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Prokop hatte eine Spielerin per Bodycheck am Tempogegenstoß gehindert.

          Handball-Trainer Gunnar Prokop ist nach seinem skandalösen Foul in der Champions League der Frauen hart bestraft worden. Das Schiedsgericht des Europäischen Verbandes EHF sperrte den Österreicher für drei Jahre für alle internationalen Wettbewerbe sowie für sämtliche EHF-Aktivitäten. Eine Funktion innerhalb des Verbandes darf er nie wieder ausüben. Prokop hatte zuletzt als Vorsitzender des „Women's Club Committee“ amtiert. Zudem muss der 69-Jährige 45.000 Euro Strafe zahlen. Prokops Verein, der achtmalige Champions-League-Sieger Hypo Niederösterreich, muss 30.000 Euro Strafe zahlen und bekommt aller Voraussicht nach den Punkt aus der Partie gegen HB Metz aberkannt. Gegen das Urteil ist innerhalb von 21 Tagen Einspruch möglich.

          Prokop war im Spiel gegen Metz beim Stand von 27:27 sieben Sekunden vor Schluss aufs Spielfeld gestürmt, um einen Gegenstoß der Französinnen mit vollem Körpereinsatz zu stoppen, und foulte dabei die Metzer Spielerin Svetlana Ognjenovic. Er wurde per Roter Karte umgehend des Feldes verwiesen. Bereits am Dienstag war er als Trainer seines Teams zurückgetreten. Zumindest als Manager seines Vereins möchte Prokop aber weitermachen. „So höre ich nicht auf“, hatte er vor der Urteilsverkündung am Mittwoch gesagt. Andererseits räumte er ein: „Vielleicht war es auch ein Wink von oben, dass ich aufhören soll. Daher wird es Prokop als Trainer nicht mehr geben.“

          Prokop will einen Psychologen aufsuchen

          In einem offenen Brief zeigte er nun Reue. „Ich kann mich nur bei der gegnerischen Mannschaft, der betroffenen Spielerin und der Sportwelt für mein unüberlegtes und unverzeihliches Fehlverhalten entschuldigen“, schrieb er. Den Auslöser für seinen Ausraster erkennt er im mentalen Bereich. „Psychisch und emotional bin ich als fast 70-Jähriger nicht mehr so wie mit 50 Jahren.“ Er werde versuchen, die Situation mit einem Psychologen aufzuarbeiten.

          Trainer Prokop: „Unentschuldbare Fehlreaktion”

          Die EHF sprach in ihrer Urteilsbegründung von unsportlichem Verhalten und Verstößen Prokops gegen die fundamentalen Prinzipien des Fairplay. Zudem habe Prokop unmittelbar nach dem Spiel zugegeben, dass er das Resultat beeinflussen wollte. Der Klub wurde mit der Geldstrafe belegt, da er für das Verhalten von Spielern und Offiziellen verantwortlich sei.

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