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Handball : Böse Pokalüberraschung für THW Kiel gegen Lemgo

  • Aktualisiert am

Was war das denn? Der THW Kiel scheidet im Halbfinale aus. Bild: dpa

Der THW Kiel ist im DHB-Pokal raus. Der Cup-Verteidiger und Rekord-Pokalsieger sieht wie der sichere Sieger aus, liegt mit sieben Toren vorn. Dann kippt das Spiel. Und Lemgo wächst über sich hinaus.

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          Der Klassen-Primus, Rekordmeister und Cupverteidiger ist im Halbfinale um den deutschen Handball-Pokal gescheitert. Ohne den THW Kiel findet am Freitag (17.30 Uhr in der ARD und bei Sky) bei der Endrunde in Hamburg das Endspiel um die 3,5 Kilogramm schwere und 20.000 Euro teure Trophäe statt. Im Finale stehen sich der TBV Lemgo Lippe und die MT Melsungen gegenüber. Lemgo war 2002 letztmals Pokalsieger, Melsungen noch nie. Kiel hatte gegen Lemgo mit 28:29 (18:11) verloren, Melsungen setzte sich gegen Hannover-Burgdorf mit 26:24 (14:10) durch.

          Geradezu sensationell verlief das erste Halbfinale am Donnerstag vor 1600 Fans in der Barclaycard-Arena und hat das Zeug zu einem Klassiker in den Video-Annalen des deutschen Handballs. Der vierfache Champions-League-Gewinner führte zur Halbzeit souverän mit sieben Toren und drohte die Lemgoer abzuschießen.

          Was aber im zweiten Durchgang passierte, versetzte die Fans auf Kieler Seite in lähmendes Entsetzen und in der Lemgoer Kurve in Ekstase. „In der ersten Halbzeit haben uns die Kieler kaputtgemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir gesagt: Wir wollen Spaß haben und sehen, was passiert“, versuchte Linksaußen Bjarki Mar Elisson bei Sky das Unglaubliche zu erklären. Tor um Tor holte der Außenseiter auf. Mit jedem Gegentreffer wurde der THW nervöser. Insbesondere im Angriff unterliefen dem Favoriten unerklärliche Fehler.

          „Ich bin geschockt“

          Kam der Ball aufs Lemgoer Tor, stand Peter Johannessen im Weg. Der schwedische Keeper der Ostwestfalen erwischte einen Sahnetag und zeigte 14 Paraden. Sein Gegenüber, Welthandballer Niklas Landin, entschärfte nur neun Würfe. Wenige Sekunden vor Abpfiff hielt Johannesson einen Wurf von Harald Reinkind und verhinderte die Verlängerung. Die Beobachter trauten ihren Augen nicht. „Ich habe keine Erklärung. Ich bin nicht der einzige Ahnungslose in der Halle“, versicherte der frühere Nationalspieler und Sky-Experte Stefan Kretzschmar ratlos und sprach von „einer der größten Überraschungen im Handball“.

          „Jetzt muss ich die Jungs runterholen“, sagte Lemgos Trainer Florian Kehrmann, der um die Regeneration und Konzentration seiner ausgelassen tanzenden Mannschaft vor dem Finale fürchtete. Seine Ansage: „Wir sind noch nicht fertig.“ THW-Spielmacher Domagoj Duvnjak gestand dagegen kleinlaut: „Ich bin geschockt.“

          Die Dramatik konnte die zweite Begegnung nicht bieten. Melsungen und Hannover lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Nordhessen, in der Bundesliga auf Platz acht und damit leichter Favorit gegen den Dreizehnten Hannover-Burgdorf, führten zur Halbzeit mit vier Toren, ließen den Gegner aber wieder herankommen.

          Die Partie war durch hohen physischen Einsatz geprägt. Die MT Melsungen kassierte sechs Zwei-Minuten-Strafen. Das nutzten die Niedersachsen aber nicht aus. Mehr als den zwischenzeitlichen Ausgleich schafften sie nicht. Vor allem Nationalspieler Fabian Böhm blieb einiges schuldig und sah auch noch die Rote Karte (42.).

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