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Handball : Ohne Baur nach Peking

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712 Tore in 228 Länderspielen: Markus Baur
          2 Min.

          Handball-Weltmeister Deutschland geht ohne Kapitän und Spielmacher Markus Baur auf seine Mission Olympiagold. „Er wird in Peking nicht dabei sein. Die Führung in Lemgo wollte nicht, dass er mitfährt“, sagte Bundestrainer Heiner Brand dem Sport-Informations-Dienst und bestätigte damit eine Meldung von Sport Bild online.

          Der Weltmeister-Coach verliert damit seinen verlängerten Arm auf dem Spielfeld. „Er war die Führungsperson. Jetzt müssen wir eine andere Lösung finden“, meinte Brand, der nun nur noch Michael Kraus (Lemgo) als Spielmacher mit internationaler Erfahrung besitzt. Allerdings hatte Kraus zuletzt die Erwartungen nicht erfüllen können und war von Brand vorübergehend sogar aus dem Kader gestrichen worden. Wegen des Ausfalls von Oleg Velyky (Hamburg), der wegen eines Kreuzbandrisses und einer Hautkrebserkrankung seit Januar kein Spiel mehr bestritten hat, stehen als Alternativen nur der 21-jährige Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) und der drei Jahre ältere Michael Haaß (Minden) zur Verfügung. „Beiden fehlt natürlich die internationale Erfahrung auf der Spielmacherposition“, gab Brand zu bedenken.

          Kommunikationsprobleme mit Lemgo

          Baur hatte am 1. Januar offiziell sein Amt als Trainer beim TBV Lemgo als Nachfolger von Peter Meisinger angetreten und den ehemaligen deutschen Meister nach Startschwierigkeiten noch als Meisterschafts-Siebten in den EHF-Cup geführt. „Entscheidend ist, dass Markus hier seine neue Laufbahn startet und formt“, sagte Lemgos Manager Volker Zerbe, „das ist eine Entscheidung, die er für sich durchgemacht hat. Er ist ein professioneller Mensch, der die Dinge nicht Laissez-faire angeht.“

          Wenn der 37-Jährige an den Olympischen Spielen teilgenommen hätte, wäre er erst zehn Tage vor Saisonbeginn zu seinem Klub gestoßen. „Markus hätte dann unter Druck gestanden. Das hätte keinem geholfen“, so Brand, der Verständnis für die Entscheidung zeigte. Nur den Zeitpunkt kann Brand nicht nachvollziehen. „Es hat offensichtlich Kommunikationsprobleme mit dem TBV gegeben“, sagte Brand und begründete so, dass nicht schon früher entschieden worden sei, dass Baur die Krönung zum Abschluss seiner glanzvollen Laufbahn verwehrt wird.

          712 Tore in 228 Länderspielen

          Obwohl Baur durch seine Trainertätigkeit in Lemgo die Spielpraxis fehlt, hatte ihm Brand immer zugesichert, dass er für Peking mit ihm plane, wenn er fit sei. Nun dürfte die Begegnung um Platz drei bei der EM in Norwegen am 27. Januar gegen Frankreich (26:36) wohl das letzte seiner 228 Länderspiele gewesen sein. Baur, der im Nationaltrikot 712 Tore warf und als sicherer Siebenmeterschütze galt, gab sein Länderspieldebüt am 4. August 1994 gegen Marokko in Balingen.

          Ein Hintertürchen ist allerdings für den Europameister und Olympiazweiten von 2004 noch offen. Wenn man in Not gerate, werde es noch einmal ein Gespräch geben, so Brand.

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